Ehrenamtskarte geht in das zweite Jahr

In der Kita Schee bietet Martina Feller-Linge ehrenamtlich Kneipp-Anwendungen für die Kindergartenkinder an.Foto:Volker Speckenwirth
In der Kita Schee bietet Martina Feller-Linge ehrenamtlich Kneipp-Anwendungen für die Kindergartenkinder an.Foto:Volker Speckenwirth
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Die Karte muss jetzt neu beantragt werden. Die bietet Vergünstigungen und ist eine Wertschätzung der Arbeit von Ehrenamtlichen wie Martina Feller-Linge, die unter anderem in der Kita hilft.

Sprockhövel..  Die Ehrenamtskarte – sie ist nicht größer als ein Scheckkärtchen und bringt Vergünstigungen mit sich. Doch in erster Linie ist sie ein großes Dankeschön für alle, die sich ehrenamtlich engagieren. In Sprockhövel geht das Kärtchen nun in das zweite Jahr und muss von all seinen Inhabern neu beantragt werden. Unter den Kartenbesitzern ist auch Martina Feller-Linge, die unter anderem Kneipp-Anwendungen in der Kita Schee anbietet.

Gut zwei Jahre sind verstrichen, seit die Ehrenamtskarte eingeführt wurde. Und das war damals gar nicht so leicht. Die politischen Gremien beäugten sie anfangs eher skeptisch: Sind die Angebote, die eine solche Karte mit sich bringt, attraktiv genug? Die Entscheidung zog sich hin. „Doch zum Glück stehen heute alle hinter der Ehrenamtskarte“, sagte Evelyn Müller vom Sachgebiet Soziales und Integration, die an ihrer Einführung maßgeblich beteiligt war.

Als kleine Würdigung ihres Engagement schätzt auch Heilpraktikerin Martina Feller-Linge, die seit 2007 Mitglied beim Kneipp-Verein ist, das Kärtchen für die Ehrenamtler. Das Ehrenamt leistet für die 51-Jährige die vielen kleinen Dinge, die das Leben angenehm machen. „Es sind vielleicht nur kleine Leistungen, die Ehrenamtliche machen. Aber das läppert sich zusammen.“ Für ihren Verein besucht sie zum Beispiel regelmäßig die Kita Schee und macht Kneipp-Anwendungen. „Für die Kinder ist das immer ein schönes Erlebnis.“

„Seit einiger Zeit bin ich auch bei Mentor, die Leselernhelfer aktiv.“ Denn da sie beruflich selbst in der Lernberatung tätig ist, aber für Grundschüler bis zum Gymnasium, fehlte ihr noch etwas. „Ich wohne direkt in der Nähe der Förderschule und so kam ich zu den Lesementoren.“ Doch jetzt muss auch sie sich Grenzen stecken. „Die Zeit ist ja leider begrenzt.“ Und wenn sie eine Sache mache, dann doch lieber richtig.

Wie wichtig das Ehrenamt für Sprockhövel ist, zeigt sich außerdem beispielhaft an der Freiwilligen Feuerwehr. Und dass sie sich in Sprockhövel komplett auf freiwilliger Basis organisieren kann, ist die absolute Ausnahme, die bei weitem nicht jeder Kommune erlaubt wird. Klar ist: Sollte jemals eine Wehr mit hauptamtlichen Kräften nötig werden, kämen auf die Stadt Sprockhövel hohe Kosten zu.

„Würde an anderer Stelle das Ehrenamt wegfallen, wären die Kosten wohl kaum zu beziffern“, sagte Evelyn Müller von der Stadt. Und die Kosten wären wohl auch nur das kleinste Problem. „Würde das Ehrenamt wegbrechen, wäre es schlicht eine Katastrophe.“ Denn es mache einen Großteil des sozialen Lebens aus. „Ob nun Lesementoren, Sportvereine, das Ehrenamt der Kirchen oder Seniorencafés“, zählte sie nur ganz wenige auf.

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