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Vorfreude

Die mit dem Ball tanzen

17.06.2011 | 17:20 Uhr
Die mit dem Ball tanzen
Die Fußballmädchen vom VfL Gennebreck können das erste Spiel der Frauen-WM kaum noch abwarten.

In acht Tagen beginnt wieder der Fußballsommer. Zahlreiche Spiele der Frauen-WM werden in NRW-Stadien ausgetragen. Das Mädchenteam des VfL Gennebreck freut sich schon.

Erst im vergangenen Jahr hat der VFL Gennebreck eine Mädchenmannschaft gegründet, schnell wurden aus sechs Spielerinnen 25 – so viele, dass sie mittlerweile nach Alter getrennt in zwei Gruppen trainieren.

Bei den jungen Fußballspielerinnen ist die Vorfreunde auf die WM schon längst in heiße Phase eingebogen. Ein Indiz: Es werden immer mehr, die mit dem Damen-WM-Trikot zum Training erscheinen. Aber auch an den Gennebrecker Fußballjungs geht die Frauen-WM nicht vorbei. Philipp ist es eigentlich egal, dass „nur“ die Frauen spielen, er freut sich einfach auf die WM im eigenen Land und hofft auf eine ähnlich große Party wie bei den Herren im Jahr 2006.

Die erste Party wird es Ende Juni geben, da fallen nämlich die Saisonabschlussfeier in Gennebreck und das WM-Eröffnungsspiel zusammen. „Schon bei der Männer-WM haben wir uns oft die Spiele zusammen angeguckt und uns spontan verabredet, das klappt bestimmt auch bei den Frauen, denn viele Fußballverrückte gibt es hier in Herzkamp auf jeden Fall“, sagt Sibylle Bölling, Trainerin der Mädchenmannschaft.

Ganz nah kamen die Mädels dem Profifußball bereits in der laufenden Saison. Sie haben gegen Silschede gespielt - der Verein, bei dem Fußballnationalspielerin Alexandra Popp gekickt hat. „Ich habe wirklich gemerkt, dass die Mädels eine Ecke aufgeregter waren, als bei anderen Spielen. Alle wussten, dass Alexandra Popp hier gespielt hat, das war schon eine Hausnummer für die Mädels“, erinnert sich die Fußball-Lehrerin.

Und im Juli sind die Mädchen den Profis dann richtig nahe. 16 Gennebrecker Fußballerinnen nehmen an einem eintägigen Trainingscamp in Leverkusen teil. Die Bundesligaspielerinnen des Werks-Clubs werden das Training leiten. „Es ist eine große Motivation für meine Spielerinnen, ihren Vorbildern so nahe zu kommen“, sagt Bölling.

Danach geht es dann zusammen ins Stadion, um ein Viertelfinalspiel anzuschauen. Mit ein wenig Glück könnte es auch eines der Deutschen Spiele sein, aber da glaubt Sibylle Bölling nicht so recht dran: „Dafür dürften die Deutschen in ihrer Gruppe nur Zweiter werden. Und daran will ich nicht denken.“

Noch immer ist der Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball sehr groß. Auf dem Platz sehe man es, „da Männer körperbetonter und Frauen technischer spielen, sie lassen den Ball eher tanzen”, sagt Bölling. Aber auch in der Medienwelt bekomme man den Unterschied immer wieder zu spüren. Bölling: „Es ist schon traurig, wie niedrig der Status der Fußballspielerinnen ist. Und das trotz des jahrelang anhaltenden Erfolges – vor allem bei der deutschen Nationalmannschaft.“

Die Trainerin hofft, dass aus der WM im eigenen Land ein großes Medienereignis wird und dem Frauenfußball in Zukunft mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Es gebe einen enormen Nachholbedarf, fügt sie hinzu und zeigt Beispiele auf. Die Spielerinnen der Bundesligateams seien ebenso Profis wie ihre männlichen Kollegen, nur dass sie nicht von ihrem Gehalt leben könnten. Nicht nur bei den Spielern, sondern auch im gesamten Umfeld gebe es den Geschlechterunterschied: „Eine Schiedsrichterin der 1. Liga liegt mit ihrem Gehalt ungefähr auf der Höhe eines Schiedsrichters aus der fünften Herrenliga“, sagt Bölling, die derzeit eine Ausbildung zur Schiedsrichterin macht.

Stefanie Vollmann

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2011-06-17 17:20
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