Der Schutzmann an der Ecke
06.05.2010 | 18:08 Uhr 2010-05-06T18:08:00+0200
Der erste Arbeitstag als Bezirksbeamter in Obersprockhövel verlief für Frank Neuhaus entspannt.
„Ich habe mich mit den Akten vertraut gemacht und bin den neuen Bezirk abgefahren”, erzählt der 46-Jährige. Seit dem 12. April 2010 ist der Polizei Hauptkommissar in Obersprockhövel im Bezirksdienst tätig: „Das bedeutet Kontaktaufnahme mit den Bürgern und mit öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Kirchen. Ich bin also der Schutzmann an der Ecke”, erklärt Frank Neuhaus lächelnd.
Angefangen hat alles 1980 mit der Ausbildung in Stukenbrock und Wuppertal: „Da habe ich die ganz klassische Polizeiausbildung durchlaufen”, erzählt Neuhaus und verrät: „Das war schon eine wilde Zeit in den 80ern –mit Friedensbewegung, Atomkraft-Gegnern und der Hausbesetzer-Szene”. 1987 wechselte der Hattinger dann an die Wache in seiner Heimatstadt: In den Wach- und Wechseldienst. Acht Jahre später begann die Arbeit im Einsatztrupp Kriminalitätsbekämpfung: „Das beinhaltet zum Beispiel Zivilstreifen und die Bekämpfung von Straßenkriminalität”, erläutert Neuhaus. In 2003 erfolgte wieder ein Wechsel: drei Jahre lang war Neuhaus in der Fortbildung tätig, bis er schließlich noch einmal in den Einsatztrupp Kriminalitätsbekämpfung wechselte: „Diesmal war ich allerdings kreisweit tätig”, erzählt er. Darüber hinaus hat Frank Neuhaus stets Möglichkeiten zur Weiterbildung genutzt: „Ich habe eine Zusatzausbildung zum Schieß- und auch zum Fahrsicherheitstrainer absolviert”.
In 2010 packte den Hauptkommissar wieder die Lust auf eine neue Herausforderung: „Als ich hörte, dass die Stelle zum Bezirksbeamten in Obersprockhövel frei wird, habe ich mich beworben und wurde schließlich auch genommen”, freut er sich. Das Bezirksbüro an der Hauptstraße 44 teilt er sich mit seinem Kollegen Manfred Tifliko, zuständig für Niedersprockhövel. Die beiden kennen sich bereits: „Wir haben uns durch meine Hospitationen bei den Radfahrprüfungen kennen gelernt”, erzählt Neuhaus und erinnert sich: „Das hat viel Spaß gemacht. Die Kinder, die einem da mit strahlenden Augen aufmerksam zuhören und dann ganz stolz auf ihre bestandene Prüfung sind - das ist schon schön”. Überhaupt freue er sich auf seine neue Tätigkeit, auf „Vielfalt und Bürgernähe”. Trotzdem seien nicht alle neuen Aufgaben erfreulich: „Unter anderem führen wir auch kleinere Ermittlungen für die Bußgeldstelle durch”, erzählt Neuhaus. Trotzdem betrachte er lieber die positiven Seiten: „Bisher habe ich den Eindruck, dass ich von den Bürgern positiv aufgenommen werde”. Auch Hauptkommissar Markus Faßbender, Leiter der Polizei-Hauptwache in Hattingen, freut sich über die Neubesetzung: „Fünf Monate lang war die Stelle unbesetzt - es gab lediglich Vertretungen. Umso mehr freue ich mich jetzt über die feste Besetzung”.
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