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Haushalt

Der Rotstift kreist in Sprockhövel

19.02.2010 | 17:19 Uhr
Der Rotstift kreist in Sprockhövel

Sprockhövel. Die Stadtkämmerei hat den Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss eine „Dringlichkeitsliste” vorgelegt. Betroffen waren Investitionen der Stadt wie auch der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGS). Auch die Grundschulen müssen sparen.

Welche Investitionen kann sich die Stadt im Schatten der Haushaltssicherung in diesem Jahr überhaupt leisten? Dazu hatte die Stadtkämmerei den Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss eine „Dringlichkeitsliste” vorgelegt. Betroffen waren Investitionen der Stadt wie auch der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGS).

Dabei fielen in der Debatte drei Schlagworte besonders häufig: „Desolat, dringlich, unabweisbar”. Desolat sei die Haushaltslage, so Kämmerer Karl-Heinz Tietje, dringlich und unabweisbar seien die Kriterien, die alle Investitionen der Stadt erfüllen müssen. Und es muss gespart werden. Die geplanten Investitionen in Höhe von 5,7 Millionen Euro, so die Skepsis, werde die Aufsichtsbehörde kaum absegnen

Stadt spart 158 000 Euro

Der Rotstift kreiste in der 59 Punkte umfassenden Prioritätenliste. Das Fazit nach reger Debatte: Die Stadt spart 158 000 Euro ein. Das größte Sparpotenzial bot mit 90 000 Euro die Sanierung der Brücke Friedhofstraße. Obwohl ein Gutachten vor einer möglichen Brückensperrung warnte, ist die Bausubstanz wohl doch bis ins nächste Jahr tragfähig. Auch der Erwerb von Straßengelände zur Widmung – mit 100000 Euro veranschlagt – wurde um die Hälfte gekürzt.

Beigeordneter Bernd Woldt, warnte jedoch davor, die Mittel noch weiter zu verringern. „Wir müssen handlungsfähig bleiben, damit sich ein Vorfall wie an der Löhener Egge nicht wiederholt.” Für Zündstoff sorgte die CDU mit ihrem Antrag, die Gelder für Schul-Investitionen (zum Beispiel Bücherwagen oder Trockenschrank) auf jeweils 410 Euro zu kürzen. Hier setzte die CDU den Rotstift bei der Grundschule Haßlinghausen an. Der Schuletat sollte von 8000 auf 3000 Euro gekürzt werden.

„Das ändert nichts an der Gesamtsituation”

Und zur Schule Börgersbruch sagte Torsten Schulte: „Hier stelle ich den progressiven Antrag, die Mittel von 28 000 auf 15 000 zu kürzen.” Wolfram Junge (SPD) bezeichnete den Antrag als „völlig obsolet”. „Das ändert nichts an der Gesamtsituation”, sagte er. Junge wurde überstimmt. Eine Mitteilung gab's noch von ZGS-Chef Ralph Holtze: „Nach einer europaweiten Ausschreibung für einen Wechsel auf alternative Energie entschieden wir uns, Vertragspartner bei der AVU zu bleiben.” Der Wechsel sei unrentabel. Nach drei Jahren entstünden der Stadt Mehrkosten in Höhe von 100 000 Euro.

Sebastian Haumann

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Kommentare
21.02.2010
14:21
Der Rotstift kreist in Sprockhövel
von Bastian Haumann | #3

Liebe Leserinnen und Leser,

ich muss hier etwas richtig stellen, da beim Setzen/Kürzen des Artikels wohl etwas schief lief. Das lag leider nicht in meiner Hand und der Fehlerteufel schlich sich ein:

Die Mittel der Schulen sollen bei den Investitionen über 410 Euro gekürzt werden, nicht auf 410 Euro.

Das bezieht sich zum einen auf die Grundschule Haßlinghausen, wie richtig im Artikel angegeben, zu anderen - und hier trat ein weiterer Fehler auf - auf die Hauptschule Niedersprockhövel. Und nicht auf die Schule Börgersbruch. Auch der progressive Antrag, wie Schulte ihn stellte, bezog sich auf die Hauptschule.

Ich bitte um Entschuldigung. Beides war ursprünglich in meiner Originalfassung richtig vermerkt. Bei der Nachbearbeitung ist anscheinend dann einiges durcheinander gekommen.

Aber so ist das nun mal: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wobei in unserem Job da ja eher von Konfetti gesprochen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Bastian Haumann

20.02.2010
17:00
Der Rotstift kreist in Sprockhövel
von Diethelm Koschinsky | #2

Sicherlich ist die Haushaltslage aufgrund der schlechten Finanzausstattung der Städte und Gemeinden misserabel. Aber in Sprockhövel wird im Jugend- und Sozialbereich dermaßen gespart, dass ich überlege hier wegzuziehen. In Sprockhövel werden seit Jahren in den Ferien bereits keine Freizeiten angeboten für Kinder über 13 Jahren. Für Jugendliche ist Sprockhövel dermaßen unattraktiv, das man nur wegziehen kann. Hauptsache für das Mitmachen bei der Kulturhauptstadt ist Geld da. Hierfür sollte seitens der Stadt noch nicht mal eine Briefmarke investiert werden.

20.02.2010
12:31
Der Rotstift kreist in Sprockhövel
von Schwatzgelbe Pleitewirtschaft | #1

Hauptsache Spaß beim Kürzen. Liebe CDUFDPGrüne, dass ist doch nur noch peinlich! *********, Bertels- und Ostermann lassen grüßen. Sind schon die ersten Sponsoren und Charityfanatiker gefunden?

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