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Der Kilimandscharo ruft

30.12.2009 | 18:16 Uhr

Ablenkung für benachteiligte Kinder.

„Man kann alles schaffen, wenn man es sich nur fest vorgenommen hat”. So lautet das Lebensmotto von Gaby Schäfer. Hohe Ziele hat sich die Gründerin des Wohltätigkeitsvereins für Kinder – „Sunshine4Kids” genannt – auch für 2010 gesetzt.

„Auf den Gipfel für die gute Sache” heißt es schon im Februar, wenn sie den 5893 Meter hohen Gipfel des Kilimandscharo in Afrika erklimmt. Bei dieser Wohltätigkeitsexpedition wird Gaby Schäfer alle hundert Meter eine Flagge mit dem Namen eines Sponsoren aufstellen. Firmen haben zu Gunsten des Vereins Höhenmeter gebucht und gespendet. So summiert sich der Endbetrag, von dem Kinder, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, profitieren sollen. Der Aufstieg wird vom ZDF begleitet.

Die Organisation finanziert sich ausschließlich durch Sponsoren. „In diesem Jahr musste ich feststellen, dass ich mittlerweile mehr Zeit für Sponsoren und Verwaltung aufbringen muss, als mir lieb ist”, bedauert die Sprockhövlerin, die sich viel lieber um ihre Schützlinge kümmert und mit ihnen Segeltörns unternimmt. Aus diesem Grunde habe sie sich auch zu der Expedition entschlossen, erklärte sie in einem Gespräch mit der Redaktion. Ein beträchtlicher Teil des Jahresbudgets des Vereins kommt so zusammen.

„Die Höhe des Bergs steht für die Weite und Freiheit, die den Kindern bei Sunshine4Kids vermittelt werden soll”, so die Gründerin. Die Organisation möchte den Kindern „ein wenig die Sorgen nehmen” und sie glücklich machen. Waisen, Halbwaisen, Schattenkinder, das heißt Geschwister totkranker Kinder, und Kinder, die in Pflegefamilien oder Heimen leben, nahmen bereits an Sunshine-Ferien teil.

Gaby Schäfer selbst weiß, was viele der Kinder durchleben. Vor einigen Jahren verlor sie ihren Mann und den Vater ihrer beiden Kinder bei einem Verkehrsunfall. „Ich hatte zwei Möglichkeiten: den Kopf in den Sand stecken oder Mut haben und aufstehen”, sagt sie. Sie ist aufgestanden und hat gekämpft. „Mein Mann lebt in den guten Taten der Organisation weiter”, so Schäfer.

Angefangen hat alles mit einem Wohnwagen, in dem Gaby Schäfer mit ihren eigenen und anderen Kindern durch Europa reiste. Immer wieder beobachtete sie, wie Abstand, neue Eindrücke und vor allem neue Freundschaften den Kindern halfen, neue Lebensfreude zu entwickeln.

Mittlerweile ist die Organisation größer, als sie es sich jemals hätte vorstellen können. Über 300 Kinder in 2009 an den kostenlosen Segeltörns teil. Hier lernen die Kinder Gruppenverhalten und Verantwortung, indem sie fester Teil der Bootsmannschaft sind und auch mal das Ruder in die Hand nehmen. Es gehe jedoch nicht nur um ein einmaliges Vergnügen auf hoher See, so Schäfer. „Jedes Kind wird zu Hause besucht und auch nach den Segelferien weiterhin begleitet”, erklärt sie.

Stefanie Vollmann

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