Der Bürgerbus soll rollen

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Was wir bereits wissen
Die SPD macht als erste Partei den Vorstoß und beauftragt die Verwaltung, das Für und Wider zu prüfen – auch andere Fraktionen sprechen über das Thema.

Sprockhövel..  Ob der Bürgerbus, organisiert über einen Verein, durch Sprockhövel rollen soll: Dass soll – so wird die SPD im nächsten Verkehrsausschuss beantragen – die Verwaltung prüfen. Fast alle Ratsfraktionen sagen unterdessen, dass der Bus werde bei ihnen schon lange diskutiert wird.

Volker Hoven, stellvertretender Fraktionsvorsitzender bei den Sozialdemokraten, erklärt: „Der ÖPNV deckt nicht alle Gebiete ab, der Bürgerbus soll das als ergänzendes Angebot auffangen.“ Als Vorbild dienen den Sozialdemokraten die Nachbarstädte. Denn die SPD habe „das Rad nicht neu erfunden.“ Er selbst arbeite in der Stadtverwaltung von Heiligenhaus, einer Stadt, die als Vorbild dienen könnte, ähnlich wie zum Beispiel Hattingen auch.

Erwin Peddinghaus von der FDP-Fraktion erklärt, bereits Kontakt mit einem Verein aufgenommen zu haben, der in Langenberg die Busfahrten organisiert. Er schaute sich dort Satzung an, den Fahrplan, die Fahrkarten. „Doch zuvor muss unpolitisch definiert werden, welche Verkehrslücken geschlossen werden müssen.“

Die Wählergemeinschaft WfS (Wir für Sprockhövel) hält das Thema „auf jeden Fall für bedenkenswert“, sagt Fraktionsvorsitzende Helga Wieland-Polonyi. Sie führt aus, dass andere Städte mit der Einrichtung eines solchen Projekts bereits gute Erfahrungen gemacht hätten – „warum soll es also nicht auch in Sprockhövel funktionieren können?“

„Ein Bürgerbus kann jedoch nur durch einen Verein organisiert werden“, sagt Torsten Schulte von der CDU. Von der Stadt sei das nicht zu leisten. Das gelte gleich wieder als freiwillige Leistung. Die Erfahrung aus den Nachbarstädten zeige: „Ein Bürgerbus ist eine gute Sache, und ein passender Verein sollte am besten direkt gegründet werden.“

Christian Preuß von der Linkspartei bleibt allerdings skeptisch: „Eigentlich müsste ein Bürgerbus betrieblich organisiert werden.“ Durch ein ehrenamtliches Angebot bestehe vielleicht die Gefahr, dass ein solcher Bus in Konkurrenz mit den Verkehrsbetriebe trete. Preuß sperrt sich nicht komplett gegen die Idee. „Aber es muss abgewogen werden.“

Bündnis 90/Die Grünen werden sich über das Thema noch in ihrer Fraktion beraten. „Ein Bürgerbusverein ist aber auch für Sprockhövel ein sinnvoller Anstoß“, sagt Britta Altenhein. Für den Verkehrsausschuss habe sie bereits Heinz Jüttendonk eingeladen, Geschäftsführer des Bürgerbusvereins in Hattingen. „Es bleibt abzuwarten, wie ein solches Projekt in Sprockhövel angenommen wird.“