CDU wird Schulversuch nicht zustimmen
24.11.2010 | 18:35 Uhr 2010-11-24T18:35:00+0100Sprockhövel.Die CDU-Fraktion wird der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule am Schulzentrum Börgersbruch nicht zustimmen.
Nach einer Fraktionssitzung der Christdemokraten wirkte die Stellungnahme des stellvertretenden Bürgermeisters und CDU-Fraktionsvorsitzenden Udo Andre Schäfer am Mittwoch wie ein Paukenschlag. Denn alle Fraktionen – einschließlich der einen Stimme von der Linkspartei – hatten sich vor Wochen auf eine Teilnahme an dem Schulversuch geeinigt.
Die CDU Sprockhövel stehe prinzipiell einer Kooperation der Hauptschule mit anderen Schulen positiv gegenüber. Auch die Zusammenlegung mehrerer Schulformen sei ein möglicher Weg, um eine weiterführende Schule am Standort Sprockhövel zu erhalten. Schäfer: „Zum jetzigen Zeitpunkt lehnen wir jedoch die Teilnahme an dem mit heißer Nadel gestrickten Schulversuch Gemeinschaftsschule der rot-grünen Landesregierung ab.“
Als maßgeblichen Grund führt die CDU ein Gutachten der Universität Bonn an. Darin wird das Schulmodell als verfassungswidrig bezeichnet. So bestehe die Gefahr, dass die neue Schulform auf dem Klageweg aus verfassungsrechtlichen Gründen gestoppt werde. Schäfer: „Schulpolitik darf nicht auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Lehrern ausgetragen werden.“
FDP-Chef Bodo Middeldorf betonte gestern, seine Fraktion werde sich bis zur Sondersitzung am 8. Dezember das Ergebnis der Befragung genau anschauen. „Von Interesse ist ja auch, welche Schulformen die Eltern in dem Fragebogen favorisieren. Dass die Schule als Modellversuch läuft, bereitet uns Bauchschmerzen. Was passiert, wenn der Versuch scheitert?“
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Brigitte Altenhein: „Ich denke, mit dem Votum ist die erste Hürde im Antragsverfahren genommen. Es wäre falsch, das Projekt jetzt abzubrechen.“ SPD-Fraktionschef Klaus Knippschild: „Um den Schulstandort zu sichern, sollten wir das Verfahren weiterführen. Wenn eine Schule erst einmal läuft, gewinnt sie an Akzeptanz.“
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Volle Zustimmung meiner Vorrednerin! Ein Gesetz wäre aber noch schöner. Und eine Verpflichtung auch. Denn man muss allen Kindern in allen Städten, die Möglichkeit bieten, der Haupt- und Realschule und Förderschule zu entgehen.
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„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ möchte man der CDU zurufen, die auf dem weiteren Weg zur Teilnahme Sprockhövels am Schulversuch Gemeinschaftsschule ins Wackeln gerät. Als maßgeblicher Grund wird ein Gutachten angeführt, das der Philologenverband in Auftrag gegeben hat. Dieses Gutachten liegt seit Mitte des Monats vor und kommt zu dem Schluss, dass die Einführung der Gemeinschaftsschule zwingend ein Parlamentsgesetz voraussetzt. Das bestreitet niemand.
Aktuell geht es aber um einen Schulversuch. Schulversuche sind in § 25 Schulgesetz ausdrücklich geregelt und „dienen dazu, das Schulwesen weiterzuentwickeln“. Auf dieser Grundlage wurden vor Jahren die ersten Gesamtschulen eingeführt, später Modelle wie Selbständige Schule oder Kompetenzzentren.
Das Elterninteresse zur Teilnahme am Schulversuch Gemeinschaftsschule ist in beiden Jahrgangsstufen ausreichend vorhanden. Der Schulversuch startet 2011. Spätere Termine sind zur Zeit unklar, denn ein Schulversuch muss in Zeit und Menge begrenzt sein. Zur Teilnahme ist ein Ratsbeschluss in diesem Jahr erforderlich. Es gilt also, keine Zeit zu verlieren, sonst lassen wir den Zug passieren, auf den andere Städte gern aufspringen. Wir sollten die Chance nutzen, das Schulangebot in Sprockhövel zu verbreitern statt in den nächsten Jahren um den Fortbestand der Hauptschule als einziger weiterführender Schule in städtischer Trägerschaft bangen zu müssen.