Bildungszentrum baut Kletterwald in Sprockhövel

Am IG Metall-Bildungszentrum entsteht ein Kletterwald.
Am IG Metall-Bildungszentrum entsteht ein Kletterwald.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
An der Otto-Brenner-Straße entsteht ein Seilgarten. Der liegt nicht im Naturschutz-, sondern im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet.

Sprockhövel..  Am IG Metall-Bildungszentrum in Obersprockhövel entsteht mitten zwischen den Bäumen ein Kletterwald. Und einer unserer Leser befürchtet: auch mitten im Naturschutzgebiet. „Ich gehe dort ab und zu mit meinem Hund spazieren“, äußert er gegenüber dieser Redaktion. Was ihn wundert: „Dort stehen überall Naturschutzschilder.“

Der Seilgarten gehört tatsächlich zum Bildungszentrum. Kletterfreunde kommen dort allerdings nicht auf ihre Kosten. „Er ist ausschließlich für unsere Seminarteilnehmer vorbehalten und nicht öffentlich“, sagt Gerhard Wagenknecht, Technischer Leiter des Bildungszentrums. Und weiter: „Er steht auch nicht im Naturschutz-, sondern im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet.“

Kleine Unterschiede

In einem Naturschutzgebiet ist viel untersagt und Landschaft, Flora und Fauna genießen einen strengen Schutz. Hier müssen Wanderer auf den Wegen bleiben, das Sammeln von Pflanzen, das Campen, ein Lagerfeuer zu entfachen oder die landwirtschaftliche Nutzung ist untersagt. Es ist die unberührte Natur – und das soll so bleiben.

Bei einem Landschaftsschutzgebiet dagegen half jemand nach. Ein solches Gebiet würde ohne Pflege oder Bewirtschaftung des Menschen seinen Charakter verlieren. Dennoch gelten diese Gebiete als schützenswerte Landschaft und dienen auch zur Erholung. Ein Beispiel hierfür ist die Lüneburger Heide, die es ohne weidende Heidschnucken – das ist eine Schafrasse – nicht in ihrer jetzigen Form gäbe.

„Wir haben vor dem Bau des Kletterwalds mit Stadt, Forstamt und der Unteren Landschaftsbehörde gesprochen und die nötigen Anträge gestellt. Jede Änderung ist geprüft worden, für jeden Baum, den wir nutzen wollten, entstanden Gutachten“, sagt der Technische Leiter. Im Herbst werde der Kletterwald wohl komplett fertig sein.

Dort steht dann die Pädagogik im Vordergrund. „Es geht um Teamarbeit, die Teilnehmer sollen sich gegenseitig Halt und Sicherheit geben und lernen, sich aufeinander zu verlassen.“ Eine der Übungen nennt sich beispielsweise „Peperpole“. „Der Seminarteilnehmer steht auf einer Plattform und muss sich fallen lassen.“ Dabei lässt er sich von den anderen der Gruppe auffangen.