Bauchtanz ist mehr als mit den Hüften kreisen

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Was wir bereits wissen
Seit zehn Jahren führt Andrea Berster-Lingk ihr orientalisches Tanzstudio an der Hauptstraße in Niedersprockhövel.

Sprockhövel..  Yalla Nurús heißt so viel wie „Auf geht’s, lass uns tanzen!“ – und diesen passenden Namen trägt das Tanzstudio von Andrea Berster-Lingk, in dem sie seit mehr als zehn Jahren ihre Schüler in die Welt der orientalischen Tänze mitnimmt.

Ihre Leidenschaft wurde vor etwa 25 Jahren geweckt. „Damals sah ich eine Tänzerin – ihre Bewegungen waren so schön, so ästhetisch, dass ich mir dachte: Das will ich auch.“ Doch erst fünf Jahre später machte sie ihren ersten Tanzkursus.

Zudem nahm Andrea Berster-Lingk Privatunterricht. Mehr und mehr trat die 50-Jährige danach auf öffentlichen Veranstaltungen auf. „Das orientalische Tanzen gefiel so vielen Menschen, dass ich fast schon dazu gedrängt wurde, selbst zu unterrichten.“ Und was zunächst mit zwei Schülern in einem viel zu beengten Kellerraum begann, wurde zu ihrem Tanzstudio Yalla Nurús, das zu seinen Hoch-Zeiten 50 Tänzer trainierte und für ein Studio dieser Größe durchaus erfolgreich an diversen Wettbewerben wie dem Bellydance-Contest oder den Duisburger Tanztagen mitmischte.

Dass orientalischer Tanz – im Volksmund auch Bauchtanz genannt – nur wenig mit dem zu tun hat, was die meisten sich darunter vorstellen, musste sie schon häufiger feststellen. „Viele glauben, orientalische Tänze bestünden aus halbnackten Frauen, die nur mit den Hüften kreisen.“ Dabei stecke mehr dahinter: Die verschiedenen Tänze entspringen unterschiedlichen Epochen und Kulturen. „Ich bleibe aber den traditionellen treu“, sagt sie, „da schlägt mein Herz.“

Nach einem Jahrzehnt Yalla Nurús stehen die Zeichen nun auf Veränderungen, die auch durch die Umbenennung ihres Studios in Tanztheater Alhambra deutlich werden. „Ich möchte mich wieder mehr dem Künstler-Dasein widmen. Das mache ich, indem ich Tanzmärchen schreibe, choreographiere und mit den Tänzerinnen und Kindern gemeinsam einstudiere.“

Ihr erstes getanzte Orientmärchen feierte jetzt Premiere. „In einer gekürzten, einstündigen Form wird es noch einmal auf dem Stadtfest aufgeführt“, verspricht Andrea Berster-Lingk. Und sie wird alles daran setzen, ihre Schützlinge zu motivieren: „Auf geht’s, lass uns tanzen!“