AVU soll weiter Gas und Strom für Sprockhövel liefern

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Was wir bereits wissen
Konzessions-Vergabe bei der Stadt: Hauptausschuss gab Empfehlungen ab. Das Verfahren zum Trinkwasser wird in vier Monaten abgeschlossen sein.

Sprockhövel..  Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt dem Rat einstimmig, die Konzessionen für Strom und Gas wieder an die AVU Netz GmbH zu vergeben. Viel Auswahl gab es sowieso nicht. Der Energieversorger war am Ende des Bewerbungsverfahrens alleine im Rennen. Die WSW Energie- & Wasser AG verzichtete darauf, ein entsprechendes Angebot einzureichen, zog sowohl bei Strom als auch bei Gas zurück. Damit wäre der alte Vertragspartner der Stadt auch der neue.

Die Entscheidung über die Trinkwasserkonzessionen steht noch aus. Bisher versorgte die Gelsenwasser AG den Ortsteil Niederstüter, die AVU das übrige Stadtgebiet. Markus Heinrich, Anwalt der Kanzlei Wolter Hoppenberg aus Hamm, der die Stadt Sprockhövel bei den Vergabeverfahren begleitet, gibt eine vorsichtige Schätzung ab, wie lange es noch dauert, bis alles abgeschlossen ist. „Ich rechne mit vier Monaten, bis auch hier die Konzessionen vergeben sind.“ Es gebe bereits mehrere Bewerber.

Bewerber intensiv geprüft

Dass über neue Konzessionsverträge gesprochen werden muss, die einem Netzbetreiber erst erlauben, im öffentlichen Grund – wie bei Straßen – Leitungen zu verlegen und zu betreiben, kommt selten vor. Im Schnitt haben solche Verträge eine Laufzeit von 20 Jahren. Die Vergabeverfahren sind nicht kompliziert, aber umfangreich und in allen Bereichen wird ähnlich vorgegangen, wenn es auch Unterschiede im Detail gibt. Die Stadt gibt bekannt, dass die Verträge auslaufen. Auf die Ausschreibung können sich Interessenten melden, die erst einmal den Nachweis erbringen müssen, dass sie überhaupt geeignet sind, die Versorgung eines ganzen Stadtgebiets zu gewährleisten. Dann geht es an ein vorläufiges Angebot, es folgen Bietergespräche, bevor die Stadt den Zuschlag anhand einer Matrix vergibt.

Diese ist in verschiedene Kategorien unterteilt, mit weiteren Unterkategorien, die wiederum eigene Unterkategorien haben. Beispiel Strom: Sicherheit und Umwelteffizienz sind zwei der zahlreichen Punkte. Es gehört aber genauso dazu, dass die Stadt klärt, wer welche Kosten trägt oder wer bei Schäden haftet. Das Gesamtergebnis wird in Prozent ausgegeben, als Summe aller Teilergebnisse. Die AVU Netz GmbH erreicht bei Strom und Gas in vielen Bereichen die höchste Punktzahl.

„Obwohl die AVU konkurrenzlos war, es also nur einen Interessenten gab, bekamen wir ein sehr gutes Angebot“, sagte Anwalt Markus Heinrich. Für die Stadt lohnt die Konzessionsvergabe und ist eine Konstante bei der Finanzplanung, die mit 1,2 Millionen Euro zu Buche schlägt.