Auftakt zu neuer Radsport-Ära in Sprockhövel

Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Durch die Eröffnung des Tunnels Schee auf der alten Bahntrasse ist Sprockhövel mit Wuppertal verbunden. Verstärkter Tagestourismus wird erwartet.

Sprockhövel..  Pünktlich zum Saisonstart zog es zahlreiche Radfahrer auf die alte Bahntrasse – beim Anradeln wurde auch der Tunnel Schee eröffnet, der Westfalen und das Rheinland auf einem 1000 Kilometer langen Radweg verbindet. Die Wappen der Städte Sprockhövel und Wuppertal brachten die Bürgermeister Ulli Winkelmann und Peter Jung am Tunnel an. „Das ist ein historischer Moment, der bedeutende Auswirkungen auf den Tagestourismus haben wird“, erklärte Landrat Dr. Arnim Brux.

Die Bürgerinitiative Pro Rad EN radelte mit etwa 20 Radsportlern zum Großereignis an. „Es ist schön, längere Touren, die durch die Eröffnung des Tunnels jetzt möglich sind, gemeinsam in einer Gruppe zu machen“, erklärte Mitglied Enzo Magliocco. Auch die Hattinger Nachbarinnen Iris Bayer und Irmgard Hedwig wollten die neue Strecke ausprobieren und fuhren bis Wuppertal. „Der Radweg ist sehr gut ausgebaut worden, die Beschilderung ist gut, auf dem neuen Asphalt lässt es sich angenehm radeln“, sagte Iris Bayer.

Geeignet für Trekkingräder

Mit einem E-Bike hat Karl-Heinz Krieger die Strecke getestet. Er betreibt eine Internetseite, auf der er Tipps zu Pflege und Reparatur von Fahrrädern gibt. „Eigentlich reichen normale Trekkingräder für eine Tour auf dem Radweg aus“, so Krieger. Abseits der Strecke gibt es jedoch auch Wege in Wäldern für Mountainbikes.

Mit dem Ziel, die Radregion bekannter zu machen, entwickelte die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine Rallye für die Fahrradfahrer. Es gab detaillierte Karten. Drei Stationen wurden in Sprockhövel eingerichtet – am Bahnhof Schee, am Dampfbahn-Club und an der Mathilde-Anneke-Schule. Dort gab es Stempel. „Drei Stempel waren notwendig, um an einer Verlosung teilzunehmen“, so Beate Prochnow vom Stadtmarketing, die sich eine „Anbindung Sprockhövels an den Radtourismus“ erhofft. Das Konzept schien aufzugehen. Dorothee Gantevoort aus Frankfurt hatte für den Besuch bei ihrer Schwester extra das Rad mitgenommen: „Ich habe von der Bahntrasse gelesen und wollte eine Radtour durch diese schöne Gegend machen“.

Winkelmann verwies auf die Sicherheit. Radfahrer und Fußgänger müssten Rücksicht aufeinander nehmen, „Sportfahrer ab und zu einen Gang runterschalten“. Zu gravierenden Unfällen sei es auf dem Radweg in Sprockhövel nicht gekommen, bestätigt die Polizei. Trotzdem seien Schutzkleidung und Helm auch auf kurzen Strecken wichtig, so Polizeioberkommissarin Katharina Emde.