Aufs Beingefühl hören: Venenwoche in Sprockhövel

Das Sanitätshaus "Besser Leben" in Sprockhövel hatte zu seiner Venenwoche geladen.
Das Sanitätshaus "Besser Leben" in Sprockhövel hatte zu seiner Venenwoche geladen.
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Was wir bereits wissen
Venenwoche stellte erste Anzeichen von Venenleiden, die durch Sitzen, wenig Sport und Übergewicht beeinflusst werden, und Therapiemöglichkeiten vor.

Sprockhövel..  Wahrscheinlich kennt jeder das Gefühl: Der Tag war stressig und abends sind die Beine müde und schwer. Es kann ein erstes Anzeichen für eine Venenschwäche sein. Über dieses Thema informierte nun das Sprockhöveler Sanitätshaus „Besser Leben“ in seiner Venenwoche.

Heiko Heimen, Inhaber des Sanitätshauses, Orthopädiemechaniker und Bandagistenmeister, zog ein Resümee: „Die Woche wurde gut angenommen“, sagte er. Und die Aufklärung sei wichtig. „Es sind auch immer mehr jüngere Menschen betroffen.“ Zu einer Erkrankung gehören viele Faktoren. Wer viel sitzt, übergewichtig ist und wenig Sport treibt, sollte auf sein „Beingefühl“ hören. Venenerkrankungen treten nicht plötzlich auf, sondern entwickeln sich über Jahre. In der Venenwoche informierte das Sanitätshaus in Vorträgen über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, gab Tipps zu Prävention und Wissenswertes über die Beingesundheit mit auf den Weg.

Venenleiden lassen sich in der Regel gut behandeln, selbst operative Eingriffe sind oft ambulant durchzuführen. Und auch Kompressionsstrümpfen ist ihr medizinischer Hintergrund nicht anzusehen. „Es sind keine Gummistrümpfe“, sagte Dr. Markus Stücker vom Venenzentrum der Uni Bochum. Die Strümpfe ähneln eher der Funktionswäsche, die auch Marathonläufer tragen.

Behandlung von Krampfadern

Stücker hielt im Zuge der Venenwoche einen Gastvortrag in der Glückaufhalle und legte den Schwerpunkt auf das Themenfeld der modernen Krampfader-Therapie. „Krampfadern lassen sich gut behandeln“, sagte er. Je nach Behandlungsmethoden und Diagnose müssen sie auch nicht entfernt, sondern können erhalten und repariert werden. „Beinvenen sind oft ein guter Ersatz für Bypässe.“ Venen können mit Laserstrahlen oder Radiowellen oder mit Schaum verödet werden. Die verschiedenen Behandlungsmethoden werden im Einzelfall geprüft und auch kombiniert. „Die Operationen sind kein Schlachtfest mehr, sondern minimalinvasiv.“ Im schlimmsten Fall müsse ein Krankenhausaufenthalt von zwei Tagen eingeplant werden. Und dabei handle es sich um Ausnahmefälle. Im Anschluss an den Vortrag hatten die Veranstaltungsbesucher die Möglichkeit, noch Fragen zu stellen.

Auch Heiko Heimen hielt einen Vortrag, direkt im Sanitätshaus in Niedersprockhövel. Er zeigte auch einige leichte vorbeugende Übungen, die ganz nebenbei gemacht werden können, zum Beispiel im Büro oder vor dem Fernseher. Es reiche schon, die Beine mal anzuwinkeln und zu strecken, immer im Wechsel, die Füße auf die Zehenspitzen zu stellen und wieder abzusetzen. „Ich habe Hilfsmittel zum Anziehen der Kompressionsstrümpfe vorgestellt.“ Dabei sei Strumpf nicht gleich Strumpf. Je nach Diagnose gibt es eine Vielzahl an Modellen, die von fein bis grob gestrickt reichen.