Anwohner kritisieren Baupläne

Hier kann sich die Stadt eine Wohnbebauung vorstellen. Die Anwohner gegenüber sehen das anders.
Hier kann sich die Stadt eine Wohnbebauung vorstellen. Die Anwohner gegenüber sehen das anders.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die ersten Entwürfe für die Hölterstraße steht in der Kritik. Günter Bosselmann verleiht dem Unmut eine Stimme und sammelt Unterschriften

Sprockhövel..  Die erste Planung für die Hölter-straße stößt auf Kritik. Vorgesehen ist die beidseitige Bebauung, zweistöckige Häuser sollen entstehen, Kanal- und Straßensanierung sowie der Ausbau der Hölterstraße stehen an. Günter Bosselmann ist einer der Kritiker und meldete sich jetzt in der Redaktion. Nahezu alle Anlieger seien gegen die Planung, sagt er. Die Bebauung auf der gegenüberliegenden Straßenseite führe zu einer völligen Veränderung des Siedlungscharakters. Und sei völlig unnötig, weil die Stadt über ausreichendes Bauland an anderer Stelle verfüge.

Die Absicht, eine zweigeschossige Bauweise vorzunehmen, sei für die Anwohner völlig unverständlich: „Als würde man gegen eine Front von Hochhäusern schauen.“ Nur die Kanalsanierung steht – wenn sie denn unbedingt nötig sei – nicht in der Kritik, wohl aber der geplante Ausbau der Straße. „Mit Bürgersteigen und neuer, teurer Straßenbeleuchtung – ein Schildbürgerstreich.“ Die Anwohner wünschen sich stattdessen eine Verkehrsberuhigung.

Aus städtischer Sicht spricht Bosselmann Punkte an, die nicht zwingend zusammengehören. An den Kanalbauarbeiten sei nicht zu rütteln. „Dass wir die Anlieger mit einbeziehen, ist unüblich, hat aber einen Grund“, sagt Ulrich Höhmann vom Sachgebiet Tiefbau. Da auch die Straße saniert werden muss, sei es eine Erleichterung, beides in einem Rutsch zu erledigen. Denn der Anteil, der für den Kanal aufgebracht werden muss, wird von der Umlage auf die Anwohner abgezogen. Für sie werde es also günstiger. Der Straßenausbau werde dann wieder mit dem Bürger diskutiert. Beispiel Bürgersteig: Für Höhmann ist das keine Herzensangelegenheit. „Wenn niemand einen will, kommt auch keiner hin. Die Kosten für Beleuchtung und Bürgersteig sind in diesem Fall aber nicht besonders hoch.“

Bei der Wohnbebauung haben die Anwohner uneingeschränkt Gelegenheit, Anregungen und Kritik zu äußern. „Die jetzige Planung ist ein Vorschlag, nichts anderes“, sagt Beigeordneter Bernd Woldt. Sicherlich ändere sich der Siedlungscharakter. Die Raumordnung und Landesplanung sehe aber vor, auch Flächen in Siedlungsschwerpunkten zu erschließen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. „Ganz unabhängig von andere Flächen.“ Bei der Hölter-straße sei aber noch nichts entschieden. „Wenn wir alle Vorschläge geprüft haben, werden wir entscheiden, ob gebaut oder nicht gebaut wird.“ Die Stadt wolle mit den Bürgern und nicht an ihnen vorbei planen. Bis zum 6. März werden noch Anregungen und Kritik entgegen genommen.