Andenken an Heimatkundler Schultze-Gebhardt bewahren

Erich Bühren bekam von seinem Freund Schultze-Gebhardt ein Stück der Rippelmark geschenkt.
Erich Bühren bekam von seinem Freund Schultze-Gebhardt ein Stück der Rippelmark geschenkt.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Erich Bühren will das Andenken an seinen verstorbenen Freund Erich Schultze-Gebhardt lebendig halten. Bühren spielte als Kind im Steinbruch Weuste.

Sprockhövel..  Als im September vergangenen Jahres Erich Schultze-Gebhardt verstarb, da verlor Sprockhövel einen der wichtigsten Heimatkundler. Erich Bühren verlor darüber hinaus einen Freund, dessen Andenken er lebendig halten will.

Als Erich Bühren Schultze-Gebhardt vor einigen Jahren näher kennen lernte, da schloss sich für ihn ein Kreis. Denn als Kind hatte Bühren häufig im Steinbruch Weuste gespielt. Und in eben diesem Steinbruch entdeckte Schultze-Gebhardt in den 1950er Jahren die inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Rippelmark. Die Wand ist vor 300 Millionen Jahren aus einem versteinerten Sandstrand entstanden, den die Gebirgsfaltung fast senkrecht aufstellte – ein Geotop, das heute denkmalgeschützt ist.

Das alles wusste Erich Bühren natürlich noch nicht, als er als Kind in den 1940er Jahren mit seinen Freunden im Steinbruch spielte. „Unser Wohnhaus war nicht weit entfernt, und wir haben das große Terrain als Spielplatz benutzt“, erzählt der 75-Jährige.

Ein Abenteuerspielpatz

Gemeinsam mit Freunden wie Wolfgang Kurte, Rolf Pöting, Wolfgang Kuhnen, Heinz Dabringhaus, Manfred König oder Peter Kuhweide benutzte er etwa das Wasser in der Mulde des Steinbruchs als Schwimmteich. „Dort habe ich meine ersten Schwimmversuche gemacht“, so Bühren. Manchmal allerdings sei die Rasselbande vom damaligen Besitzer Schäfer vertrieben worden.

Denn wenn im Steinbruch „die Luft rein“, also die Arbeiten beendet waren, dann fuhren die Kinder zum Beispiel mit den Loren oder stellten Weichen. „Einmal hatte Wolfgang Kurte die Idee, den Haspelmotor zu starten“, sagt Erich Bühren. „Wir fanden aber keinen Zündschlüssel.“

Kurzum: Der Steinbruch war für Bühren und seine Freunde weit mehr als das, er war ein Abenteuerspielplatz. Und trotzdem war er ein Ort, über den Bühren durch den Freund Schultze-Gebhardt noch viel Neues erfahren sollte.

„Ich kannte die Familie Schultze-Gebhardt schon länger“, sagt Erich Bühren. Näher sei er Erich Schultze-Gebhardt aber eher durch Zufall gekommen. Er sei mit seinen Mopedfreunden „Ruhrperlen“ zu Gast in Schultze-Gebhardts Museumsscheune an der Straße Auf dem Schee gewesen, so Bühren. Und da habe es ihn gepackt. „Ich habe dann viele Führungen mit Erich mitgemacht, wir sind auch gemeinsam zu Lesungen oder Vorträgen gefahren.“

Bühren geht es um das, was Schultze-Gebhardt hinterlassen hat. Dessen Scheune berge einen Schatz der Heimatkunde. Und den gelte es, der Öffentlichkeit zugänglich zu halten. „Das bin ich ihm schuldig. Ich habe darüber auch schon mit Erichs Tochter gesprochen“, so Bühren. Er ist Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins, auch dort liefen Gespräche, das Themenfeld weiter zu bearbeiten. Damit bloß eins nicht passiert: Dass Erich Schultze-Gebhardt in Vergessenheit gerät.