Jugendhilfeausschuss : Zu große Bedenken bezüglich der Gesinnungen
Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Siegen verweigerte der „Calvary Chapel Siegen” und der Jugendabteilung „New International Youth Organization” des „Vereins Deutsch-Türkischer Akademiker” (VDTA) in seiner Sitzung am Dienstag die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe.
Zu groß waren die Bedenken hinsichtlich der Gesinnungen der beiden Gruppierungen.
Verein "Deutsch-Türkischer Akademiker" auf der 1. Bildungsmesse in Geisweid
Foto: Horstgünter Siemon
Foto: WR
Peter Mörbitz (SPD) bemerkte, dass die beiden Organisationen zwar den formalen Ansprüchen genügten. Bewerte man die Angelegenheiten jedoch nach politischen Kriterien, bestehe noch Klärungsbedarf. Kurz vor Beginn der Ausschusssitzung hatte Mörbitz mit Andre´ Schmidt (CDU) und Michael Groß (Bündnis 90/Die Grünen) vereinbart, Vertreter der beiden Gruppierungen zur nächsten Sitzung einzuladen und zu befragen. Auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Jens Kamieth (CDU) ging Mörbitz noch ein wenig ins Detail. So habe er im Internet die Predigt eines Calvary-Chapel-Pastors gefunden, in der Homosexualität als Abart bezeichnet wurde, die den „Eingang ins Himmelreich” verwehre. Bei der VDTA stieß Mörbitz auf Verstöße gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung und nannte als Beispiel die „Gleichstellung von Mann und Frau”. Groß ergänzte, dass man sich nicht nur auf das Grundgesetz, sondern auch auf das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (Antidiskriminierungsgesetz) berufen könne.
Befragung in der nächster Sitzung
Daran änderte auch der Einwand von Heiner Friesenhagen nichts, der in seiner Verwaltungsvorlage empfohlen hatte, den VDTA als Jugendgruppe und die „Calvary Chapel Siegen” als „Sonstigen Träger der freien Jugendhilfe” anzuerkennen. Zudem gab er zu bedenken, dass man in der „Vergangenheit Gruppen mit einer ähnlichen Nuancierung als tolerabel und unterstützenswert” eingestuft habe. Des Weiteren habe man die beiden Gruppen über einen längeren Zeitraum begleitet, so Friesenhagen weiter. Der Verwaltung wurde die Aufgabe übertragen, die Befragung vorzubereiten – mit der Bitte versehen, gerade bei der VDTA darauf zu drängen, auch einen lokalen Vertreter mitzubringen.









