Bildungsstreik : In einer Viertelstunde war der Hörsaal geräumt

In einer Viertelstunde war die Besetzung geräumt: Unangekündigt löste die Polizei am gestrigen Freitag die studentische Runde auf.
Am Tag zuvor hatten sich nach einer Filmvorstellung laut der Gruppe der Besetzer rund 150 Gäste zur Jam-Session dort eingefunden und nachts musiziert.
Die Polizei hatte den Studierenden genügend Zeit zur Räumung des Hörsaals gelassen. Seit Dienstag hatten sie dort campiert (wir berichteten). Das Ziel der Aktion war, auf die Misstände in den neuen Bachelor - Studiengängen hinzuweisen.
Bildungstheoretischer
Konflikt
So planen die Studenten nun Aktionen im Rahmen einer „Freien Universität Siegen”, bei denen sie mit freiwilligen Referenten einen Uni-Betrieb simulieren wollen, der einem freieren Bildungsverständnis entspricht. Denn das Bachelor-System ziele auf eine zweckrational festgelegte Eingrenzung von Bildungsinhalten, so die Kritik. Damit entsprechen die Ziele der Studentischen Gruppe teils denen der Protestgruppen aus den Reihen der Schüler, die sich auch beim bundesweiten „Bildungsstreik” beteiligt hatten.
Die Studierenden sprachen sich auch für die Abschaffung von Studiengebühren aus.
Kooperation durch
die Institutionen
Der Dezernent für Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten der Universität bedankte sich ausdrücklich bei den Studierenden für ihre „konstruktive Mitarbeit”. Am Wochenende hätte man den Hörsaal aus Sicherheitsgründen nicht weiter besetzt lassen können, hieß es von Seiten der Universität. Gestern morgen hatte es von studentischer Seite geheißen, man wolle den Saal so lange wie möglich besetzt halten. Besonders erfreulich sei es, so die Studenten, dass Dozenten und Kommilitonen sich am Diskurs im Hörsaal beteiligt hatten.














