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Im Brandfall

Vier Minuten Zeit, um sein Leben zu retten

19.01.2012 | 23:15 Uhr

Schwerte. So faszinierend Feuer ist, so verheerend können die Folgen sein: Die Brandkatastrophe in Aachen, bei der am Mittwoch drei kleine Kinder ums Leben kamen, verdeutlicht einmal mehr auf schreckliche Weise, wie lebensgefährlich Feuer und Rauch sind. Wir sprachen mit Brandschutzerzieherin Petra Riße über Gefahren, Möglichkeiten, sich im Vorfeld zu schützen, und das richtige Verhalten im Ernstfall.

„Nach dem Ausbruch eines Brandes hat man nur vier Minuten Zeit sein Leben zu retten“, bringt die hauptamtliche Feuerwehrfrau die Gefahr auf den Punkt. Gefährlicher als das Feuer ist der tiefschwarze Rauch, der sich schneller ausbreitet und den Fluchtweg abschneidet. „Niemals durch den Rauch gehen, denn wer dreimal die Rauchgase eingeatmet hat, ist bewusstlos und nach zehnmal ist man tot“, verweist Riße auf das todbringende Kohlenmonoxid, das mit jedem Atemzug in den Körper eindringt. Damit der Rauch sich nicht ungehindert ausbreiten kann und um das

Information schützt

Feuer zu begrenzen, sollte man die Tür zum Zimmer, in dem es brennt, verschließen und dann umgehend nach draußen flüchten, rät die Oberbrandmeisterin. „Wenn der Fluchtweg abgeschnitten ist, dann ist man am Fenster eines Raumes, in dem es nicht brennt, am besten aufgehoben“, warnt die 49-Jährige eindringlich vor einem Fluchtversuch: „Das schaffen Sie nicht.“

Dass es keinen 100% Schutz vor Brände geben kann, weiß Petra Riße, die seit 1990 bei der Feuerwehr Schwerte ist, aus ihrer langjährigen Berufserfahrung. Doch: „Wer sich informiert, ist auf einem guten Weg sich zu schützen“, setzt sie auf vorbeugenden Brandschutz. Wenn der gesunde Menschenverstand mitarbeite, dann passiere einfach weniger. So weist sie bei Vorträgen ihre Zuhörer stets auf die Gefahr von TV-Geräten im Stand-by-Betrieb hin. „Auch Deckchen mit Kerzen haben auf einem Cerankochfeld als Zierde nichts zu suchen.“ Als „Lebensretter, wenn wir schlafen“ bezeichnet sie Rauchmelder, die die Dichte der Luft messen. „Er schickt einen Lichtstrahl durch den Raum, und wenn der gebrochen wird, dann erklingt der Alarmton“, erläutert sie die Funktionsweise der kleinen Geräte unter der Zimmerdecke. „Der Rauchengel passt auf“ liest Riße ihren jungen Zuhörern dazu bei der Brandschutzerziehung in der Feuerwache aus dem pixie-Buch vor. Unter Aufsicht und mit vielen wichtigen Erklärungen können Kindergarten- und Schulkinder auch mal mit Feuer „spielen“, also selbst ausprobieren wie schnell Papier, Holz und Stoff in Flammen stehen. „Durch das Erleben bekommen sie Respekt vor dem Feuer“, erläutert sie.

Wertvolle Zeit sparen

Ziel sei es auch, ihnen die Lust zu nehmen, das heimlich alleine auszuprobieren. Für jeden gibt’s auch den so genannten Kinderfinder, einen acht Zentimeter gelb leuchtenden Aufkleber für die Kinderzimmertür. „Wir sparen wertvolle Zeit, denn wir sehen sofort, das ist ein Kinderzimmer und ändern unsere Suchtaktik, schauen z. B. in Schränke, Kisten und unter das Bett.“ Denn Kinder bis zwölf Jahre verstecken sich im Notfall eher, als dass sie ins Freie flüchten.

Iris Allendörfer

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Vier Minuten Zeit, um sein Leben zu retten
Vier Minuten Zeit, um sein Leben zu retten
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http://www.derwesten.de/staedte/schwerte/vier-minuten-zeit-um-sein-leben-zu-retten-id6262797.html
2012-01-19 23:15
---Schwerte---