Verbraucherzentrale öffnet Beratungsstelle
18.02.2010 | 19:09 Uhr 2010-02-18T19:09:00+0100Schwerte. Ob Vertragsfallen im Internet, klitzekleingedruckte Klauseln in Handwerksverträgen oder undurchsichtige Gestaltung von Han-dytarifen: den schnellen Durchblick und rechtlichen Rat findet Schwerte ab sofort vor der Haustür. Gestern öffnete die Verbraucherzentrale NRW am Westwall 4 eine Berat
Die neue Hausherrin Angelika Weischer konnte zu Eröffnung hohen Besuch begrüßen. Bürgermeister Böckelühr und Landrat Makiolla waren gekommen, Landtagsabgeordnete und vor allem NRW-Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg.
Den Schwertern war ihr „Zugewinn”, von dem der Bürgermeister sprach, ganz offensichtlich bereits vor Einweihung und Prominenzbesuch aufgefallen. „Wir hatten jetzt schon 70 Meldungen auf dem Anrufbeantworter”, freute sich der Chef der NRW-Verbraucherzentrale, Klaus Müller. Die eröffnete mit der Schwerter ihre 57. Beratungsstelle – nicht zuletzt mit kräftigem Rückenwind vom Land.
Im Kreis Unna, der sich auch finanziell heftig für Schwerte einsetzte, ist dies neben Lünen und Kamen die dritte Beratungsstelle. Der Landrat war entsprechend zufrieden über die vorbildliche flächendeckende Ausstattung.
„Ein guter Tag für die Verbraucher”, betonte auch der Minister, der versprach, sich weiter trotz schwieriger Finanzsituation für den Ausbau des Verbraucherberatungsnetzes einzusetzen. Schwertes Beraterin ist Angelika Weischer, die mit zwei Kolleginnen vor Ort agiert. Sie versprach, „Kontakte aufzubauen zu Verbänden, Vereinen, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, um dort durch Veranstaltungen, Vorträge oder gemeinsame Aktivitäten den Verbraucherschutz voranzubringen.” Im Mittelpunkt der Vernetzung sollen die Schulen stehen, „um schon Kinder und Jugendliche fit für die Rolle des bewussten Konsumenten zu machen”.
Persönliche Beratung z.B. beim Kauf eines Handys oder bei Problemen mit angeblich im Internet abgeschlossenen Verträgen, präventive Aufklärung und Erziehung zum mündigen Verbraucher und die Interessenvertretung konkret oder auf der politischen Bühne sind die drei Säulen der Arbeit der Verbraucherzentrale.
Startschuss fällt heute um 9 Uhr
Am Westwall reichen die Themen in den ausliegenden Broschüren vom betreuten Wohnen im Alter bis zur Frage, wie man Ratenzahlungen strecken kann. Ganz umsonst ist die Beratung übrigens nicht. Die Gebühren reichen von 15 Cent für die Kopie aus der Infothek bis zu 160 Euro für eine anderhalb-stündige Baufinanzierungsberatung. Aber seien Sie sicher: Kaum eine Investition beim Hausbau rentiert sich schneller.
Die Klientel der Verbraucherberater ist breit gestreut: Von reich bis arm, von jung bis alt. Sie steht bereit für den Hartz IV-Empfänger und hilft ihm, sich auf immer komplizierter werdenen Märkten zu orientieren, für den Mittelständler, der ohnehin von allen Seiten angezapft werden soll, und für den Betuchten, der bei der Anlageberatung übers Ohr gehauen wurde.
Selten waren sich Politik, Verwaltung oder Sozialverbände einiger: Das ist eine gute Investition gerade in schlechten Zeiten. Das haben wir gebraucht in der Ruhrstadt.
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