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Umstrittene Freefighter kämpfen im familienfreundlichen Freischütz

22.07.2009 | 23:30 Uhr

Schwerte/Dortmund. „Ich habe dem Freischütz gegenüber immer mit offenen Karten gespielt und gesagt: Es kann blutig werden.”

Das sagt Heiko Pape aus Dortmund, der für die Free Fight Association (FFA) am 8. August ab 20 Uhr die Westdeutsche Meisterschaft in dieser hoch umstrittenen Sportart ausrichtet. Ausgerechnet in dem renomierten und familienfreundlichen Ausflugslokal an der B 236 auf der Grenze zwischen Dortmund und Schwerte wird der Kampfkäfig aufgebaut.

Wie passt das zusammen? „Gar nicht”, heißt es beim Freischütz. „Aber der Vertrag ist schon lange unterzeichnet”, erklärt Geschäftsführer Jörg Prüser. Von dem Medienrummel um die Sportart seien sein Team und er überrascht worden. „Wir sind auch nicht der Veranstalter und stehen inhaltlich nicht dahinter.” Doch Vertrag sei eben Vertrag und deshalb wolle man das Ganze jetzt durchziehen. Auch seine Hoffnung, es würden zu wenig Karten verkauft und das Spektakel deshalb abgesagt, hat sich nicht erfüllt. „Immerhin wird unser Tagesgeschäft nicht gestört”, spricht man im Freischütz von Kollege zu Kollege. Auf der Homepage des Restaurants sucht man eine Ankündigung folglich vergebens. Dafür hängen in Dortmund viele Hinweisplakate.

Veranstalter: „Einlass erst ab 18 Jahren”

Dass die Meisterschaft stattfindet, daran lässt auch Heiko Pape, selbst Kampfsportler, keinen Zweifel. Rein rechtlich gesehen sieht er sich abgesichert. „Wir haben uns da schlau gemacht. Eine Genehmigung brauchen wir nicht.” Verboten sei ein solches Spektakel auch nicht, meint er. Obwohl es vor und nach der Großveranstaltung in Köln heftige Diskussionen gab.

Die Wahl fiel deshalb auf die Ruhrstadt, weil ein Bekannter Papes vor Jahren schon einmal eine Kampfsportveranstaltung im Freischütz organisiert hatte. „Wir kennen also die Räume”, so Pape.

Was das Publikum angeht, will die Free Fight Association schon am Eingang streng sieben. „Wer rein will, muss 18 Jahre alt sein. Wir wollen hier keine Idioten drin haben.” Klare Worte, denn der Sport hat mit einem miesen Image zu kämpfen. Heiko Pape bemüht sich deshalb, mit, aus seiner Sicht, Vorurteilen aufzuräumen. Falsch sei zum Beispiel, dass es keine Regeln gebe. Tritte an den Kopf sind laut FFA verboten. Auch, wenn es paradox klingen mag, stehe die Gesundheit der Kämpfer immer im Fordergrund. „Deshalb ist der Ring auch gepolstert. Wir sind keine Totschläger.”

Egal, wie erfolgreich das Event wird – die Verantwortlichen des Freischütz schließen eine Fortsetzung aus.

INFO:

Vorbild aus den USA

Hinter der umstrittenen Veranstaltung in Köln stand die Ultimate Fighting Championship (UFC) aus den USA.

Der deutsche Verband FFA orientiert sich was Regeln und Sicherheit angeht eng am amerikanischen Vorbild.

Die Bezeichnung „Free Fight” wurde in Deutschland geprägt. In den USA heißt der Sport „Mixed Martial Arts”, kurz: MMA. Das soll die Nähe zum klassischen Kampfsport ausdrücken.

Wolfgang Maas

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Kommentare
23.07.2009
15:57
Umstrittene Freefighter kämpfen im familienfreundlichen Freischütz
von Joerg 223 | #1

Wer rein will, muss 18 Jahre alt sein. Wir wollen hier keine Idioten drin haben :-)

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