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Trotz Regen: Helfer strömten in Scharen

06.04.2008 | 18:07 Uhr

Schwerte. (TK) Einmal feucht durchwischen wäre wohl bei der Aktion "Schwerte putz(t) munter" die passende Lösung gewesen. ...

... Das lässt sich bekanntlich in freier Natur nicht so wirklich in die Tat umsetzen, an Wasser hätte es angesichts der ständigen Schauer nicht gemangelt. Aber Regen hin oder her, die Helfer strömten in Scharen, 1500 Helfer resümierte am Ende Oberschichtmeister Ernst Kunert. Vielleicht war die verflixte Sieben daran schuld, dass das Wetter sich nicht auf die Seite der Heinzelmännchen geschlagen hatte, die innerhalb von drei Stunden die Ruhrstadt ansehnlicher machten. Denn am Samstag ging die Aktion in die siebte Runde. Und wieder gab es Unrat in Mengen, der vor den Augen der Helfer keine Gnade fand. Besonders ärgerlich fanden die Akteure die Massen an Visitenkarten von Autoaufkäufern. "Diese Plastikteile sind inzwischen eine ausgewachsene Plage", sagte einer der Helfer. Gerade in der Nähe von Parkplätzen lagen die Karten in dutzendfacher Zahl herum, von den Autofahrern aus Wut oder Desinteresse weggeworfen. Neben der Müll-Sparte "klein und ärgerlich" gab es aber auch noch die Rubrik "groß und unliebsam". Auspuff, Stoßstange, Autoreifen, eben alles, was der motorisierte Mensch von heute nicht mehr braucht, war hinter Hecken, in Straßengräben und Wäldern achtlos abgelegt worden. Tüftlern würde es wahrscheinlich mühelos gelingen, aus den Restposten ein neues Vehikel zusammenzusetzen.

Aber zurück zu den eher kleinteiligen Angelegenheiten: Auf Überreste mancher Zechgelage, vornehmlich Flachmänner in Hülle und Fülle, trafen die Putzmannschaften zuhauf. Hier und dort lagen auch noch Flaschen herum, für die die Besitzer noch Pfand erhalten hätten. Auch wenn es sich nur um Summen im Centbereich handelt, sei eine solche Wegwerfmentalität nicht so richtig nachvollziehbar, meinten die Helfer. Sie fanden im Übrigen auch dieses Mal wieder vor, was in all den anderen Jahren für reichlich Dreck gesorgt hatte: Bonbonpapier, Taschentücher, Zigarettenschachteln und leere Kekstüten.

Als alle Trupps ihre Arbeit in der Mittagszeit beendet hatten, füllten ihre Funde zwischen 250 und 300 Abfallsäcke. Anteil am Erfolg der Aktion hat auch die Feuerwehrjugend, deren Engagement Bürgermeister Böckelühr lobend erwähnte. Ihr Mitwirken könne dazu beitragen, dass dem Ziel, die Stadt sauber zu halten, Langfristigkeit beschieden sei, lobte Böckelühr die junge Garde.

Dank ging am Ende natürlich nicht nur an sie, als der Bürgermeister und Oberschichtmeister beim Mittagessen in der RTG-Aula Bilanz zogen. Jede helfende Hand habe ihren Beitrag geleistet, betonten beide Redner. Wünschenswert wäre es ohne Zweifel, wenn sich eines Tages solche Aktionen erübrigen und die Bürger den Müll dahin befördern würden, wohin er gehört, nämlich in die Abfalltonne. Um das Bewusstsein der Menschen zu wandeln, habe die Stadt (WR berichtete) eine Plakataktion gestartet, die das Bewusstsein der Bürgerschaft schärfen soll.

Wie man es von Putzaktionen kennt, bei denen man daheim auch mal hinter das Sofa schaut und dabei verloren geglaubtes wiederfindet, so erging es auch den Helfern am Samstag. Ihnen war eine weiße Plastiktüte aufgefallen, in der ein Portmonee lag. "Das Geld ist zwar weg, aber alle Karten sind noch da", berichtete der Bürgermeister. Wie sich herausstellte, war die Geldbörse dem Besitzer gestohlen worden. Als Kunert und Kollegen das Portmonee wieder zurückgaben, da ging die Sonne auf.

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