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Welttag der Kranken

Trost geben, Angst nehmen

10.02.2012 | 17:41 Uhr
Trost geben, Angst nehmen
Martin Wiesendahl (rotes T-shirt), Servicekraft im Marienhospital

Schwerte.   Seit 1993 ist der 11. Februar jeden Jahres ein besonderer Tag. Auch heute. Es ist der Welttag der Kranken.

Papst Johannes Paul II. war es, der vor 19 Jahren anlässlich des Gedenkens an alle von Krankheiten heimgesuchten und gezeichneten Menschen diesen Tag einführte. So richtig tief ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen ist dieser Tag anscheinend noch nicht. Das mag der Grund sein, warum zum Beispiel das Marienkrankenhaus an der Goethestraße heute keine besonderen Aktionen zum Welttag der Kranken anbietet. „Im Prinzip“, sagt Geschäftsführer Jürgen Beyer, „haben wir hier jeden Tag unseren Welttag der Kranken“.

Soll heißen: Die Patienten sollen sich während ihres Aufenthaltes rund um die Uhr wohlfühlen. Eine ganze Armada von Menschen sorgt dafür – nicht nur Ärzte und Pflegepersonal, sondern auch Techniker, die Verwaltung, die Küche und natürlich die Servicekräfte.

Einer dieser Servicekräfte ist Martin Wiesendahl, der einzige Mann übrigens, der im Marienkrankenhaus in diesem Bereich Dienst tut. Auf allen Stationen arbeiten diese Servicekräfte im Schichtdienst. Im November 2010 startete dieses Projekt, mit dem das Pflegepersonal entlastet werden soll. Jetzt bringen Martin Wiesendahl und seine Kolleginnen das Essen aus, sammeln Geschirr und Besteck wieder ein, verteilen Getränke und erfüllen zwischendurch auch kleine Wünsche der Patienten, wie z.B. den nach einer Zeitung oder Illustrierten.

Martin Wiesendahl ist in Vollzeit Angestellter des Marienkrankenhauses. Als er seinerzeit die Ausschreibungen in die Finger bekam, war der 49-jährige Schwerter arbeitslos. Er handelte schnell, schickte seine Bewerbung los, wurde ein halbes Jahr speziell ausgebildet und hat seitdem diesen Job, „mit dem ich voll zufrieden bin“, wie er sagt. Dass auf seine Station manchmal „zugeht wie auf der B1“, macht ihm nichts. Und für Martin Wiesendahl ist es eine Selbstverständlichkeit, auch für die Patienten da zu sein. „Wir versuchen, ihnen ihre Ängste zu nehmen, Trost zu spenden. Wenn sie mit mir sprechen möchte, nehme ich mir die Zeit“, so Wiesendahl. So wie alle Servicekräfte. Auch heute, am Welttag der Kranken.

Ingo Rous

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