Sturmtief hinterlässt kleine Wunden
01.03.2010 | 18:42 Uhr 2010-03-01T18:42:00+0100
Schwerte. Eher glimpflich sind die Schäden, die das Sturmtief Xynthia in Schwerte hinterlassen hat. Wie Stadtförster Winfried Hardes berichtet, hatte er durchaus schlimmere Folgen befürchtet, nachdem der Sturm am Sonntag über die Ruhrstadt hinweggefegt war.
Gestern Morgen verschaffte sich Hardes selbst ein Bild vom Tag danach in den heimischen Wäldern. „Die Böden waren vielerorts schon vollkommen aufgeweicht, da sich der Frost verabschiedet hat”, so der Förster. Zudem seien die Baumkronen noch völlig durchnässt. „Das sind beides Voraussetzungen, die einem Sturm gute Angriffsmöglichkeiten bieten.” Dennoch spricht Hardes lediglich von „Einzelwürfen”. Das heißt nichts anderes, als dass einzelne Bäume hier und da umgeknickt oder Äste abgebrochen sind. Eine gewisse Ausnahme seien die Gebiete auf dem Bürenbruch zwischen dem Michaelisweg und Gut Böckelühr und am Sportplatz in Ergste. Dort hat Xynthia ganze Arbeit geleistet. Besonders ärgerlich: In einem Fall waren die Bestände gerade frisch durchforstet worden, in dem anderen Fall hatten die Waldarbeiter einige Bäume wegen der Borkenkäferplage gefällt. Schaden genommen haben nun die gesunden Bäume, die bislang in der zweiten Reihe standen. Nach einer ersten Schätzung geht Hardes davon aus, dass zehn Prozent der Laubbäume und ein etwas höherer Anteil der Fichten in Mitleidenschaft gezogen worden sind.
Eine generelle Warnung, wie seinerzeit nach Kyrill, die Wälder vorerst nicht zu betreten, haben die Aufsichtsbehörden zwar nicht veranlasst. Gleichwohl empfiehlt Hardes, in den kommenden zwei Tagen vorsichtshalber die Waldgebiete zu meiden. Einige wenige Waldwege sind allerdings komplett gesperrt, wie beispielsweise der Sembergweg in Ergste. Hier besteht die dringende Bitte an Wanderer und Sportler, sich auch an die Vorgaben zu halten.
„Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen”, sagt Friedrich-Gustav Wassermann, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft, in der sich die örtlichen Waldbauern zusammengeschlossen haben. Als Xynthia vorgestern im Westen wütete, umtrieb Wassermann und viele seiner Kollegen die große Sorge, dass ein zweiter Kyrill durchs Land ziehen würde. Wassermann weilte zwar gestern nicht in Schwerte, hatte sich aber in mehreren Telefongesprächen erkundigt, wie es um die Schadensbilanz im heimischen Forst bestellt ist. „Es hätte uns deutlich schlimmer treffen können”.
Ausgetobt hat sich Xynthia an einer ganzen Reihe von Hausdächern. So berichtete gestern eine Mitarbeiterin der HUK-Versicherung, im Laufe des Morgens hätten sich bis zu 40 Hausbesitzer gemeldet, weil der Sturm Ziegel und Pfannen von den Dächern gerissen habe. Aber auch bei der Gothaer Versicherung und der Allianz gingen mehrere Anrufe ein, dass der Sturm seine Spuren an Dächern und Fassaden hinterlassen habe.
Zugreisende, insbesondere Fahrgäste der Ardeybahn (Iserlohn-Dortmund-Schwerte) mussten sich gestern Morgen in Geduld üben. Einige Züge fielen komplett aus, andere fuhren mit erheblicher Verspätung in den Bahnhof ein. Erst allmählich normalisierte sich der Zugverkehr.
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