Stammzellen gespendet
15.06.2011 | 17:35 Uhr 2011-06-15T17:35:00+0200
Schwerte.Er habe sich gefreut, „mit verhältnismäßig wenig Aufwand einem Menschen helfen zu können“, sagt Marcel Lübke aus Schwerte. Vor einigen Jahren schon hatte er sich bei einer Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes typisieren lassen. Jetzt passten seine genetischen Daten exakt zu einem Menschen, der an Leukämie erkrankt ist.
Der 29-jährige Schwerter erhielt einen Anruf der Stefan-Morsch-Stiftung, die über 380 000 Spendernamen gespeichert hat. Es bedurfte keiner Überredungskünste, den Bankkaufmann der Sparkasse Unna zu überzeugen, die Bitte zu erfüllen. Auch in seinem Umfeld von Familie und Freunde, „fand man, dass es eine gute Sache ist“, sagt er.
Gespendet hat Marcel Lübke dann Blutstammzellen: „Das wurde so vorgegeben. Ich hätte aber auch eine Knochenmarkspende in Kauf genommen.“ Bei der Spende von Stammzellen ist keine Operation und auch keine Narkose erforderlich. Stattdessen muss der Spender mit einem körpereigenen Botenstoff vorbehandelt werden, um die Produktion der Stammzellen im Körper anzuregen. Als Nebenwirkungen dieser Behandlung können Knochen-, Muskel-, oder Kopfschmerzen auftreten. Sie lassen sich durch Medikamente lindern. Marcel Lübke berichtete, dass er nur leichte Probleme mit dem Rücken gehabt habe.
Bei der etwa fünf Stunden andauernden Blutwäsche, wie es umgangssprachlich heißt, wurde das Blut in einem ständigen Kreislauf von der einen zur anderen Armvene geleitet. Zwischengeschaltet ist ein Zellseperator, durch den die Stammzellen herausgefiltert werden.
Jederzeit würde Marcel Lübke wieder einer Bitte der Stiftung folgen. „Es war ein tolles Gefühl. Es hat am ganzen Körper gekribbelt und die Beine sind eingeschlafen, aber ich konnte am nächsten Tag wieder arbeiten“, sagt der passionierte Freizeitsportler.
Ob seine Spende lebensrettend war, weiß Marcel Lübke derzeit noch nicht. Ein Treffen von Spender und Empfänger ist aus datenschutzrechtlichen Gründen in Deutschland erst nach zwei Jahren möglich.
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