Sprunghafter Anstieg der Arbeitslosenzahlen
29.01.2009 | 21:00 Uhr 2009-01-29T21:00:00+0100Schwerte. Die Wirtschaftskrise hat den heimischen Arbeitsmarkt erreicht. Ein sprunghafter Anstieg der Anzahl von Erwerbslosen und Kurzarbeitern meldet die Arbeitsagentur für den Monat Januar.
Die Zahlen im Einzelnen: Im zu Ende gehenden Monat gibt es 156 Arbeitslose mehr als noch im Dezember. Die Quote liegt mit 1910 Menschen, die keinen Arbeitsplatz haben, jetzt bei 7,8 Prozent. Im Vormonat waren es noch 7,2 %. Dass die Firmen mächtig gegen die Flaute zu kämpfen haben, zeigt sich zudem beim Blick auf die Kurzarbeiterstatistik. 18 Betriebe haben bereits Kurzarbeit angemeldet, betroffen sind davon 252 Beschäftigte. Besonders leide die Metallbranche unter dem augenblicklichen Abwärtstrend, erläutert Helge Kubat, Leiter der Agentur für Arbeit in Schwerte. Es gilt als wahrscheinlich, dass schon bald weitere Unternehmen dazukommen, die Kurzarbeit verordnen. Der zuständige Fachbereich der Agentur, in Dortmund angesiedelt, habe für die nächsten zwei Wochen so gut wie keinen Beratungstermin mehr frei, wenn sich Unternehmer oder Personalchefs über die genauen Modalitäten erkundigen wollen, sagt Kubat. Um den Andrang zu bewältigen, laden die Experten aus dem Haus der Arbeitsagentur derzeit die Firmenvertreter zu Gruppengesprächen ein.
Der massive Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar sei allerdings auch witterungsbedingt zu sehen, sagt Kubat. Einen solchen Winter mit derart frostigen Temperaturen habe es seit Jahren nich mehr gegeben. Das habe dazu geführt dazu, dass die Baubranche und die Garten- und Landschaftsbetriebe ihre Mitarbeiter nicht alle halten konnten.
Die schwierige wirtschaftliche Situation spiegelt sich darüber hinaus in der Summe der gemeldeten freien Stellen wider. Waren es im Dezember noch 270, sind es Ende Januar nur 223.
Die ARGE, die sich um die Langzeitarbeitslose kümmeert, hat trotz aller trüber Aussichten, kleinere Erfolge zu verzeichnen. Die Zahl der Jugendlichen, die die ARGE betreut, sank um 10 auf 51, die Zahl der Menschen über 55 von 116 auf 112. Bei der letztgenannten Gruppe zeige sich die Wirkung des Programms Jobperspektive, mit dem versucht werde, diese Klientel in Lohn und Brot zu bringen.
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