Sprechstunden auf der Parkbank bis Oktober
01.02.2012 | 17:51 Uhr 2012-02-01T17:51:00+0100
Schwerte.Bis Oktober ist das Gehalt von Rüdiger Rychlik gesichert, der sich seit zwei Jahren in der Stadt um Männer ohne Gehalt kümmert. Als Streetworker, erst angestellt bei der Diakonie, jetzt beim VSI, ist er da, wo auch die Männer sind: auf der Parkbank und im Keller.
Die Arbeit, die Rüdiger Rychlik in den vergangenen gut zwei Jahren geleistet hat – Beratung für Obdachlose, wegweisende Hinweise für Drogenabhängige, Hilfe bei drohendem Wohnungsverlust – überzeugte auch die Schwerter Zahnärzte, dass sie jetzt den Gegenwert von ausgedienten Goldbrücken und Kronen spendeten.
Hoher Goldpreis
Mit den 16 000 Euro – der Goldpreis ist zurzeit sehr hoch – und weiteren 9000 Euro von der Sparkasse wird der Eingliederungszuschuss des Jobcenters – das sind 50 Prozent – aufgestockt, den der VSI für die Anstellung von Rüdiger Rychlik bekommt.
Bei der Vorstellung der Spender am Mittwochmittag lobten alle die Arbeit des Streetworkers, der diesen Job auch nicht gelernt hatte. Der studierte Diplom-Kaufmann wurde mit Mitte 50 arbeitslos und erfuhr vom Jobcenter, damals noch Arge, von der Streetworkerstelle. Die wollte er haben und bekam sie auch.
Seitdem hat er 14 Personen zu einer Wohnung verholfen, einem Mann zu seiner Rente, vielen zu mehr Vertrauen zu Beratungsstellen. Die meiste Arbeit, so sagt Rychlik, sei es, den Männern zu helfen, ihre Wohnungen zu erhalten. Er spricht mit Vermietern, kümmert sich um die regelmäßige Überweisung von Stromrechnungen und hilft überhaupt bei allem Behördenkram.
Keine Skepsis mehr
Die Stadtverwaltung ist sehr froh, dass der Streetworker im Einsatz ist. Jutta Pentling, Fachdienstleiterin zentrale Dienste, sagte, in den zwei Jahren habe sich in der Stadtparkszene vieles zum Positiven geändert. „Als wir mit dem Projekt der Betreuung angefangen haben, waren wir alle sehr skeptisch.“ Ihr Kollege, Sozialdezernent Hans-Georg Winkler, meinte sogar: „Wir sehen es bei der Stadt so, dass es eine Daueraufgabe ist.“ Nur: Das Geld dafür müsste vom Kreis kommen. Mit dem habe man bereits Kontakt in dieser Sache aufgenommen, damit Rüdiger Rychlik auch nach dem Oktober noch diese Stelle hat.
10:47
Zu Kommentar Nr. 1 von Buerenbrucher. Wie sollen Frau Pentling und Herr Winkler sich auch einen persönlichen Eindruck von den Übergangsheimen bilden können, wenn sie nach meinen Informationen nicht vor Ort waren ? Man hat in Schwerte öfter das Empfinden, bei der Stadtverwaltung bedeutet sozial wenn man darüber redet. Wo bleiben die " Taten " ?
09:14
Frau Pentling hat sich in obigem Artikel wie folgt geäußert :In den zwei Jahren habe sich in der Stadtparkszene vieles zum Positiven geändert. Warum wurde im Jahr 2011 so häufig das blaue Band ( Bachlauf ) wegen Vandalismus abgeschaltet ? Warum verzichtet die Stadt Schwerte auf eine Neubepflanzung im Bereich des Bachlaufes ? Sieht Frau Pentling denn n icht wie es dort bei den wärmeren Jahreszeiten aussieht ? Der Müll usw. um die Bänke hat nach meiner Wahrnehmung nicht abgenommen. Ein anderes Thema ist, die Anzahl der " Hundehaufen " im Stadtpark übrigens auch nicht.
03:08
Die Arbeit von Herrn Rychlik kann ich im Detail nicht beurteilen. Wenn wie im Artikel beschrieben, die Arbeit so wichtig ist, warum wird sie erst seit zwei Jahren getan ? Frau Pentling und auch Herr Winkler sind doch schon länger im Amt.
Sprechstunden auch auf der Parkbank sind ja o.k., es gibt aber mehr soziale Probleme in Schwerte und da " knirscht " es gewaltig. Wenn man z. B. das Übergangsheim Regenbogenstrasse 15 der Stadt Schwerte nimmt, da findet seit Jahren keine Sozialarbeit statt. Da wurde auch das Grundgesetz ( hier Menschenwürde ) außer Kraft gesetzt, weil Menschen in verschimmelten Wohnungen, im Winter wegen fehlender Wohnungstüren bei eisiger Kälte usw. usw. leben mußten.
Sicher wünsche ich Herrn Rychlik für seine weitere Arbeit viel Erfolg. Frau Pentling und Herrn Winkler kann ich ihr angebliches soziales Engament leider nicht glauben, sondern halte es wegen diverser Erfahrungen für reine " Augenwischerei ". Richtig ist auch, Für Frau Pentling und Herrn Winkler trägt der Bürgermeister Böckelühr, als Leiter der Verwaltung, die Verantwortung. Wie sagt der Volksmund : Der Fisch " stinkt " auch am Kopf !