Sonne liefert ausreichend Energie
07.04.2011 | 18:38 Uhr 2011-04-07T18:38:00+0200
Schwerte.Wenn Schwerte verstärkter auf erneuerbare Energien setzen würde, stellt sich die Frage nach den Chancen und Grenzen. Ein Überblick:
Die Stadtwerke haben ein Online-Solarkataster erstellt, das zwei Zwecken dient: Zum einen kann hier jeder Eigentümer selbst nachprüfen, ob sich sein Haus für eine Photovoltaikanlage eignet. Zum anderen hat der Versorger aus den Daten ermitteln können, dass sich der Stromverbrauch privater Haushalte durch Sonnenenergie abdecken lässt. Würden überall dort, wo geeignete Dachflächen bestehen, Solaranlagen installiert, könnte man dadurch 80 Millionen Kilowattstunden Strom gewinnen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch pro Person von 1500 Kilowattstunden wäre der Bedarf gedeckt, so Holger Gies, Assistent der Stadtwerke-Geschäftsführung. Wollte man mit der Sonnenenergie auch die Mengen liefern, die Unternehmen beanspruchen, dann käme würde eine Quote von 60 Prozent erreicht.
Allerdings: Der Bau solcher Anlagen verschlingt - insgesamt betrachtet - eine Summe von 238 Millionen Euro. Hingegen liegen die Erträge, die sich durch die Einspeisevergütung ergeben, bei rund 22 Millionen pro Jahr.
Derzeit werden aus der Kraft der Sonne rund zwei Prozent des gesamten Stromverbrauchs gewonnen.
Beispielsweise hat die Stadt Marburg hat nach mehreren Durchläufen eine neue Verordnung verabschiedet, nach der Hausbesitzer stärker in die Pflicht genommen werden sollen, Solaranlagen zu errichten.
Grundsätzlich steht Stadtwerkechef Michael Grüll dem Ansinnen, Vorrangflächen im Stadtgebiet vom Grundsatz her auszuweisen, positiv gegenüber. Doch er, wie auch Marco Kordt, Fraktionschef der CDU rät zu Augenmaß. Die Christdemokraten hatten kürzlich gemeinsam mit den Grünen den Anstoß für ein Klimaschutzkonzept, das auf Schwerte zugeschnitten ist, gegeben. Nach dem Widerstand, der vor Jahren schon in der Bevölkerung aufkam, sollte man ein solches Thema sehr behutsam angehen, betonen Kordt und Grüll.
Grünen-Sprecherin Monika Demant möchte gemeinsam mit den Stadtwerken ausloten, „was sich hier machen lässt“. Rein wirtschaftlich gesehen, ist das Betreiben solcher Windräder unter Umständen ein schwieriges Unterfangen, sagt Holger Gies. Allein schon die geographische Lage der Stadt Schwerte biete für solche Projekte wenig Auftrieb.
Die Wasserwerke Westfalen mit Sitz in Geisecke speisen jedes Jahr zwischen 18 und 20 Kilowattstunden ins Stromnetz ein. Damit lässt sich eine Stadt wie Herdecke mit 24700 Einwohnern versorgen. Hinzukommen demnächst die Turbinen im Werk Westhofen,mit deren Hilfe rund sechs Millionen Kilowattstunden pro Jahr leingespeist werden sollen.
Die Stadtwerke treiben derzeit ihre Pläne voran, ein Blockheizkraftwerk zu errichten. Es soll einen Beitrag leisten, sich von herkömmlichen Wegen der Energiegewinnung zu verabschieden und neue Pfade einzuschlagen. Wie Geschäftsführer Grüll erläutert, könnten beispielsweise das Stadtbad, das Marienkrankenhaus und auch einige der naheliegenden Schulen versorgt werden.
Mit einer solchen Anlage würde sowohl Heizkraft zu gewinnen als auch Strom zu erzeugen sein. Wie Grüll weiter ausführt, ist bislang daran gedacht, in dem Blockheizkraftwerk Öl zum Einsatz zu bringen. Denkbar wäre aber auch Biomasse oder Erdgas. Diese Frage sei aber momentan noch nicht endgültig entschieden, so Grüll.
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