Skepsis gegenüber Wohnheimbau
09.02.2012 | 18:16 Uhr 2012-02-09T18:16:00+0100
Schwerte.Die Pläne für das Gelände des Rathaus II an der Konrad-Zuse-Straße begeistern die Mitglieder des Sozialausschusses nicht.
Weder das Vorhaben des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, dort ein Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen zu bauen, überzeugte die Ortspolitik, noch tat es die Idee des psychosozialen Trägerverbundes – eine Tochtergesellschaft des LWL, die die zweite Hälfte des Grundstücks kaufen möchte, um dort Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung zu bauen.
Theo Kaus, Mitarbeiter des Trägerverbundes, schaffte es am Mittwochabend in der Ausschusssitzung nicht, die Vorstellungen seines Arbeitgebers deutlich zu erklären. Er sprach vom integrativen Wohnen, aber auch von aufsuchender Pflege, von betreutem Wohnen und zitierte auf Fragen aus der Runde die Gesetze. Dabei wollten die Schwerter nur wissen, was Kaus ihnen schmackhaft machen sollte. Pfarrer Klaus Inhetveen sah in den Plänen des Trägerverbunds eine Konkurrenz zu den Angeboten der SHG, der Selbsthilfegemeinschaft psychisch Kranker in Schwerte.
Bedarf wird ermittelt
Gerd-Reiner Müller hatte, wie viele andere auch, nicht verstanden, ob es sich neben dem geplanten Wohnheim des LWL um ein weiteres Wohnhaus handelte, das der Trägerverbund dort bauen will. Und alle waren der Meinung, dass erst einmal der Bedarf für betreutes Wohnen der ein oder anderen Art ermittelt werden sollte. Ulrich Groth von der Diakonie fasste das Unbehagen des Auschusses zusammen: „Mit dem Wunsch, ein Grundstück zu vermarkten, haben wir ein Eigentor in eine vernünftige Versorgungsstruktur geschossen.“
Sozialdezernent Hans-Georg Winkler schlug vor, erst einmal zu gucken, wie der Bedarf an Wohnungen mit und ohne Betreuung für psychisch kranke Menschen aussehe, dann alle Fachleute, die in Schwerte auf diesem Gebiet arbeiteten, zu einem Gespräch zu bitten, um mit ihnen Planungen abzusprechen.
Der Gesundheits- und Krankenhausausschuss des LWL hat gestern bereits den Grundsatzbeschluss gefasst, in Schwerte für 1,9 Millionen Euro ein Wohnheim mit 24 Plätzen für Menschen mit psychischer Behinderung zu bauen. Weitere Ausschüsse entscheiden Ende Februar.
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