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Karneval der Schulkinder

Schwerte Helaaf!

15.02.2010 | 17:30 Uhr

Schwerte. Ob Helau oder Alaaf – das ist in Schwerte egal. Schließlich gilt die Ruhrstadt nicht gerade als Karnevalshochburg. Völlig zu unrecht, wie mehr als 400 Kinder am Rosenmontag bewiesen.

Mit einem bunten Umzug durch die Innenstadt schafften sie es, auch dem größten Karnevalsmuffel ein fröhliches Helau, ein lautes Alaaf, ein erwartungsvolles „Kamelle” zu entlocken. Nur mit den Bützchen, da ging der Karnevalsnachwuchs noch sparsam um.

Die Nase schwarz, das Gesicht weiß, am ganzen Körper kleine Punkte. 44 Dalmatiner der Reichshofschule reihten sich um Punkt Elf in den Karnevalszug ein. „Das Schminken war Fließbandarbeit”, erklärt Gabriele Wirth, Leiterin der Offenen Ganztagsschule (OGS). Vor ihr tippeln Lineal und Anspitzer aufgeregt von einem Bein aufs andere.

»Ich küsse doch nicht.

Das ist ja ekelig«

Auch die Buntstifte hält es nicht länger in der akkuraten Reihe. Sie wollen endlich los, wollen winken, rufen, Kamelle schmeißen. Tagelang haben die Kinder der OGS Ergste an ihrem Auftritt gebastelt, haben auf kleine Details geachtet und literweise Herzblut bei der Kostümarbeit vergossen.

Acht verschiedene Gruppen, vom Kindergarten bis zur Ganztagsbetreuung, haben sich dem Rosenmontagsumzug angeschlossen. Schneemänner, Unterwassernixen, kleine Schweinchen und Schlafmützen laufen wie an einer Perlenschnur durch die Innenstadt. Schornsteinfeger Sam (6) zeigt stolz sein Ruß verschmiertes Gesicht.

Dass er ein begehrter Glücksbringer ist, das weiß er. „Aber ich küsse doch nicht. Das ist ekelig”, sagt er trocken. Ein paar Meter weiter wird Wasserkönig Louis von seiner Mutter getragen. Der Dreijährige ist müde. Den ganzen Tam-Tam und die Aufregung versteht er noch nicht. Ihm sind nur die Kamelle wichtig, die ihm die größeren Kindern zustecken.

Vorneweg trommeln die Schüler der Friedrich-Kayser Schule. Sie geben Takt und Tempo an, machen den Weg für den bunten Rosenmontagszug frei. „Besser als in Kölle”, sagt eine Mutter stolz. Und eine Verkäuferin, die vor ihrem Laden steht und staunt, fügt hinzu: „Ich bin ja gar kein Karnevlasfreund, aber für die Kinder freue ich mich.” Auch Renate Goeke, Leiterin der Friedrich-Kayser Schule, ist beeindruckt von dem bunten Bild: „Offensichtlich ist der Karneval in Schwerte auf dem Vormarsch.” Für die Zukunft hat sie sich ein Ziel gesetzt: „Wir träumen davon, alle Schulen und Kindergärten zu mobilisieren.”

Rufend und tanzend schlängeln sich die mehr als 400 Kinder durch die Innenstadt. Aus Helau und Alaaf wird kurzerhand ein lautes „Helaaf”– und spätestens jetzt ist klar: Schwerte hat nicht nur einen eigenen Rosenmontagsumzug, sondern auch einen ganz eigenen Karnevals-Ruf. Na dann: Schwerte, Helaaf!

Beachten Sie bitte auch unsere Diashow zum Thema.

Marie Lisa Schulz

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