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Sinkende Schülerzahlen

Schullandschaft mit Sorgfalt entwickeln

03.03.2010 | 18:13 Uhr
Schullandschaft mit Sorgfalt entwickeln

Sorgfalt im Umgang mit der Fülle an Informationen, Wahrung der Durchlässigkeit, genau hingucken bei der Gestaltung der Schullandschaft, damit keine schmerzhaften Entscheidungen getroffen werden müssen – so positionierte sich der Ausschuss für Schule, Sport und Infrastruktur zum Schulentwicklungsplan

Auf weit über 100 Seiten hat die Gesellschaft für Beratung sozialer Innovation und Informationstechnologie (GEBIT) den Schulentwicklungsplan für die Stadt Schwerte niedergeschrieben. GEBIT-Mitarbeiterin Elke Bruckner stellte das umfangreiche und mit vielen Details zur Entwicklung der Schulen gespickte Werk vor. Die Kernaussage: Die Schülerzahlen werden innerhalb des prognostizierten Zeitraums bis zum Schuljahr 2019/20 stark zurückgehen. Das betrifft bis auf die Gesamtschule alle Schulformen.

Aus dieser demografischen Entwicklung heraus „könnten sich Ansatzpunkte für die Verdichtung von Schulstandorten und somit eine Reduzierung der Ausgaben des Schulträgers Stadt Schwerte ergeben”, heißt es in der Beschlussvorlage, die am Dienstag im Ausschuss diskutiert wurde.

Elke Bruckner beschrieb in ihren Ausführungen u.a. zwei Problemfälle: die Grundschulen Ergste und Villigst und die Realschulen. Die Schulen in Ergste und Villigst werden bis zum Ende des Prognosezeitraums 2019/20 einzügig. Um den sinkenden Schülerzahlen in den benachbarten Ortsteilen zu begegnen, kann sich Elke Bruckner sowohl die Schließung einer Schule als auch einen Verbund vorstellen: Aus den beiden Grundschulen würde eine Lehranstalt an zwei Standorten. Der Einsparseffekt allerdings sei gering. Zügig soll ein Dialog aller Beteiligter entstehen.

Die GEBIT kann sich auf Dauer zwei Realschulen nicht vorstellen. Auch hier zeigt der Bericht zur Schulentwicklungsplanung zwei Möglichkeiten auf:

Die Realschule am Stadtpark bleibt, die Eintrachtschule und die Realschule Bohlgarten werden zu einer Verbundschule zusammengefasst.

Bei Auflösung von Haupt- und Realschulen wird eine zweite Gesamtschule installiert.

„Die Situation verlangt uns einiges ab”, kommentierte Bruno Heinz-Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) den SEP und forderte, „Maßstäbe und Kriterien für eine gute Entwicklung der Schullandschaft” aufzustellen. Der Rückgang der Schülerzahlen biete auch Chancen. „Wir müssen Entscheidungen treffen, die einen lange Bestand haben werden”, mahnte er Nachhaltigkeit an und traf damit den Nerv des gesamten Ausschusses. Hans-Georg Winkler, Erster Beigeordneter der Stadt Schwerte, wünscht sich einen fruchtbaren Dialog zwischen Politik und Verwaltung. „Wer es wagt, die Entwicklung nur auf Schließungen zu reduzieren, der wird Schiffbruch erleiden”.

Ingo Rous

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Kommentare
04.03.2010
23:37
Schullandschaft mit Sorgfalt entwickeln
von Hubert Sieweke | #4

Wenn dieses Kirchturmdenken anhält, wird unserer Kommune noch ein schwerer weg bevorstehen.
Die Phrasen mit den Überlegungen, wie man Schwerte attraktiver machen kann, sind doch Schall und Rauch. Die hört man doch seit 20 Jahren.
Was wollen Sie für wen und wie attraktiver machen. Übrigens hat die Stadt dafür kein Geld, müßten also mal die Bürger zusammenstehen. Na, das versuchen Sie mal...
Sie können doch nicht aus reiner Fürsorge an allen Schulen iund Kindergärten festhalten, wenn sich die Kinderzahlen u 30 - 40 % vermindern. Tendenz fallend....
Das ist doch keine Zukunftsperspektive
Wie will das Land NRW denn die Mittel aufbringen, um FÜR WENIGER Schüler mehr Lehrer zu haben.
Wer soll denn die ESt, KSt und USt zahlen, um das zu finanzieren??
Völlig daneben, eben.

04.03.2010
21:58
Schullandschaft mit Sorgfalt entwickeln
von Susanne Schneider | #3

Die sinkenden Schülerzahlen in Schwerte haben sicher niemanden überrascht. Sofort an Schulschließungen zu denken, ist sicher der falsche Weg, schließlich sollen die Schüler durch kleiner werdende Klassen profitieren. Speziell bei den Grundschulen sollte der alte Satz: „Kurze Beine – Kurze Wege“ gelten. Ausschließlich auf die demografische Entwicklung zu achten, wäre hier jedoch falsch, denn der Wegfall der Schulbezirksgrenzen hat - hauptsächlich bei den Grundschulen, eine Wettbewerbssituation geschaffen. Eltern achten heute nicht nur auf die Nähe zur Grundschule, sondern auch verstärkt auf Unterrichts- und Betreuungsqualität. Vor allem die Grundschule in Villigst, der „Einzügigkeit“ prophezeit wird, hat fantastische Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr.
Viel sinnvoller ist es, zu überlegen, wie Schwerte für Familien attraktiver werden kann.

04.03.2010
14:56
Schullandschaft mit Sorgfalt entwickeln
von pendler165 | #2

Und wieder ein Gutachten!

04.03.2010
11:44
Schullandschaft mit Sorgfalt entwickeln
von Hubert Sieweke | #1

Seit fünf Jahren hat die Verewaltung schwarz auf weiß, in welcher Höhe die schulplfichtigen Kinder rückläufig sind.
Obwohl Herr Winkler vor drei Jahren noch die Umkehr bei den Geburtenraten herbeigeredet hatte, vergeblich, wurde vor der Wahl natürlich NICHTS vorgelegt.
Man wußte ja, dass Schulen geschlossen werden müssen. Das weiß jedes kleine Kind, denn wenn die Schülerzahlen in naher Zukunft um 30 und mehr Prozent sinken, dann müßte der Beigeordnete eigentlich mal selbst Gehirnschmalz in die Sache stecken und einen eigenen Plan vorlegen.

Geschieht aber heute nicht, weil es nicht populär ist und schmerzhaft sein wird. Ginge es um neue Schulen oder -formen, a la OGS, sähe man Böckelühr und Winkler tätglich mit Diegel und Co in der Presse.

So aber, zahlt der Bürger die teure Verwaltung und die dort arbeitenden Experten, aber für die einfachsten Dinge, nämlich wo und was geschlossen werden muss, soll nun ein EXTERNES GUTACHTEN für SEHR VIEL GELD herhalten. Das ist es, was die kommunalen Haushalte mit in die Höhe treibt. Gutachten selbst für die einfachsten Entscheidungen, fast 2 Mio€ in den letzten drei Jahren??!!
Wer sich mal anschaut, welch üppige Personalstrukturen die Schulverwaltung inden Kommunen, bei den RPs und im Ministerium haben, der versteht doch überhaupt nicht, wieso immer weitere Gutachten (in jeder Kommune übrigens( vorgelegt werden.
Die kommunalen Proble sind doch nahezu identisch, dazu kommt dann noch die ganze Wucht der NGOs wie Städte- und Gemeindebund, Gemeindeprüfungsanstalt etc., die auch noch dicke Beträge aus dem Stadtsäckel abzwacken.
Das hat alles NICHT, aber auch gar nichts mit der globalen Konjunktur zu tun, wie die BMs landauf landab nun rufen.

Und dann noch schnell der Winklersche Nachsatz: Jetzt ist die POLITIK gefordert.

Fazit: Wenn die Sonne scheint, brauchen wir die Dösbaddel des Ausschusses nicht, aber wenn es brennt, schiebt die Verwaltung wacker die Schläuche zum Löschen der Poltik hin.

So kommt es eben, das in unserer Republik KEINER mehr Verantwortung übernimmt, sondern selbst der Schwerte seit 45 Jahren kennende Bürgermeister, der im ständigen Gespräch mit seinen Schulen ist, nun lieber dem RAT? von externen Leuten folgt, die Schwerte vielleicht noch nie gesehen haben.

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