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Historisches Spiel

Ritter, Bischof, Schmiedemeister:Ferien im Mittelalter

10.10.2012 | 10:14 Uhr
Ritter, Bischof, Schmiedemeister:Ferien im Mittelalter
Argeste, Historisches SpielFoto: Ralph Bodemer

Ergste.   Hinter den Schwimmbecken des Elsebades brodelt der Hexenkessel des Mittelalters. Beim Historischen Spiel dreht sich in diesem Jahr alles um die Zeit der Ritter und Regenten, der Kreuzzüge und Könige.

Hinter den Schwimmbecken des Elsebades brodelt der Hexenkessel des Mittelalters. Beim Historischen Spiel dreht sich in diesem Jahr alles um die Zeit der Ritter und Regenten, der Kreuzzüge und Könige. 92 Kinder und ein Dutzend Helfer haben den Ort mit dem historischen Namen Argeste in eine kleine Stadt verwandelt, so wie sie 1225 ausgesehen haben könnte. Denn in jenem Jahr hatte der Flecken unerwartet hohen Besuch erhalten - und das blieb nicht ohne Folgen.

Erzbischof Engelbert reiste durch die Region. Er kam mit vielen Anhängern von einem Landtag in Soest und legte eine Pause in Argeste ein - jedenfalls im Rollenspiel, das sich die Organisatoren Paul Rölleke, Regina Loftus, Olaf Fabian-Knöpges und Elke Schmidtpeter haben einfallen lassen.

Herold mit Holzschwert

Vor dem Hintergrund des bischöfichen Besuchs entspinnt sich eine Geschichte aus Ränkespiel und Machtpoker, Verfolgung und Verrat. Als Akteure sind der Bischof und sein Gefolge nur Stichwortgeber. Das eigentliche Leben im Dorf gestalten die Kinder, die eine Woche lang in die Kluft einer Leibwache, die Tracht einer Köchin oder die Haut eines Ledermachers schlüpfen.

Die zugeteilten Aufgaben werden ernst genommen. Wer das Gelände von Argeste betritt, muss zunächst seine Waffen ablegen. Einzig die Leibgarde des Bischofs darf das Holzschwert am Gürtel behalten. Um den hohen Geistlichen vor eventuellen Angreifern zu beschützen, trainieren die Wachen oft und gern den Schwertkampf.

Ein Auge haben sie besonders auf die Gefolgsmänner des Otto von Tecklenburg und des Gottfried von Arnsberg, die ebenfalls vom Soester Landtag herüber gekommen sind. Diese Gestalten sind den Leibwachen nicht ganz geheuer.

Oben auf dem Hügel thront der Palast, eine Konstruktion aus Palettenholz im Stil einer frühchristlichen Basilika. Er ist unerschöpfliche Quelle brisanter Gerüchte, die ihren Weg hinter den vorgehaltenen Händen der Zofen und Hofmeister in die Quartiere der Handwerker finden. Über diese Wege entspinnt sich die Geschichte, deren Ende wohl erst am Schluss des historischen Spiels, am Samstag, zu erleben sein wird.

Bierernst — historisch gesehen — geht es allerdings nicht zu. Das Messer des Lederhandwerkers entpuppt sich als Souvenir vom Weihnachtsmarkt; bei der Essensausgabe nehmen die Küchenmägde Rücksicht auf Vegetarier. Die gab es zwar auch schon im Mittelalter, aber seinerzeit wohl eher unfreiwillig.

Um ein Haar hätte es das Historische Spiel in diesem Jahr nicht gegeben. Regina Loftus, seit 1999 führender Kopf der Aktion, bestand auf angemessener Bezahlung der Akteure. Loftus: „Allein Paul Röllke und ich kommen mit Vorbereitung und Ausführung des Historischen Spiels auf 240 Arbeitsstunden. Dafür haben wir bislang kaum Ausgleich bekommen.“ Das fehlende Geld brachten in diesem Jahr Sponsoren ein. Für die nächste Ausgabe 2013 mag Loftus noch keine Aussage machen, hofft aber „dass es weitergeht“.

Dirk Husemann

Kommentare
10.10.2012
18:03
Ritter, Bischof, Schmiedemeister:Ferien im Mittelalter
von baiersdorf | #2

Ja, genau! Und im Jahr 1225 in Kostümen des 14. und 15. Jahrhunderts und der Rennaissance! Was für ein Blödinn soll unseren Kindern denn da vorgemacht...
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