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Hedwig Dohm

Pionierin der Frauenrechte

26.10.2011 | 15:57 Uhr
Pionierin der Frauenrechte
Stoßen auf den Weibsbilderabend an: die Organisatorinnen und das Rohrmeisterei-Service-Personal. Foto: Manuela Schwerte

Schwerte. Im 19. und frühen 20. Jahrhunderts war der Bekanntheitsgrad der Schriftstellerin, Publizistin und Theoretikerin Hedwig Dohm (1831 bis 1919) groß. Heute findet sie kaum noch statt. Dass sich das ändert, ist das Ziel von Isabel Rohner, die einiges über die „Pionierin der Frauenrechte“ beim jüngsten Weibsbilder-Abend in der Rohrmeisterei im Gepäck hatte.

„Gusto und Genuss – gestern und heute“ sind die Abende überschrieben, die einen Blick auf die Geschichte oder Geschichten von Frauen aus Vergangenheit und Gegenwart werfen. Am Dienstagabend stellte Isabel Rohner die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm vor. Als Pendant der Gegenwart bat die Gleichstellungsbeauftragte Birgit Wippermann Petra Duscha, Fachbereichsleiterin im Bereich VHS für Frauen, zum Talk auf der Bühne. Der Schnittpunkt von Hedwig Dohm und Petra Duscha: Frauenbildung.

Die Schweizerin Dr. phil. Isabel Rohner, die in Zürich Germanistik studierte und heute an der Fernuniversität Hagen als Referentin für Hochschulmarketing tätig ist, war „vom ersten Text, den ich von Hedwig Dohm gelesen habe, gefangen genommen“. Das war während ihres Studiums. Ihre Vielseitigkeit, ihr Mut, ihr Witz, ihre Ironie hätten sie fasziniert, erzählt sie. Rohner hat über Dohm promoviert. Gemeinsam mit Nikola Müller ist sie Herausgeberin der Edition Hedwig Dohm. Aktuell ist sie mit Vorträgen und szenischen Veranstaltungen über das Leben und Werk der Schriftstellerin Hedwig Dohm (1831-1919) im gesamten deutschen Sprachraum unterwegs.

Isabel Rohner nahm ihre Zuhörerinnen mit ihrer ganz besonderen Art des Vortrages gefangen. Mit viel schauspielerischem Talent, exzellenten rhetorischen Stilmitteln, augenzwinkernd, erzählte sie aus dem Leben der Schriftstellerin, las Passagen aus der von ihr verfassten packenden Biografie über Dohm und zitierte Passagen aus deren Werken.

Bei Vereinbarkeit von
Familie und Beruf
„bewegt sich nichts“

„Ihre Forderung nach dem Stimmrecht für Frauen hatte Sprengkraft“, sagte Rohner. So schrieb die Dohm beispielsweise in einem 1876 veröffentlichten Werk: „Weil die Frauen Kinder gebären, darum sollen sie keine politischen Rechte haben. Ich behaupte: Weil die Männer keine Kinder gebären, darum sollen sie keine politischen Rechte haben.“ Wie unterhaltsam und informativ Emanzipationsthemen sein können, bewies Rohner einmal mehr mit ihrem Vortrag.

Viel Information gab es auch beim Talk auf der Bühne. Petra Duscha, die gemeinsam mit Birgit Wippermann in der AG Schwerter Frauen mitwirkt, gab Einblicke in ihre Arbeit bei der VHS, erzählte von den vielen Projekten des Arbeitskreises, die immer wieder besonders für Frauen wichtige Themen beinhalten. Da geht es um Angsträume, wie den Eisenbahntunnel am Bahnhof, den sie öffentlich zur Sprache brachten. Oder die Frage „Wie funktioniert Stadt?“, die nachhaltig bewirkt habe, „dass viele Frauen in Vereinen, Parteien oder Kommunalpolitik mitarbeiten“, so Duscha. In der Frauenbewegung habe sich einiges geändert. „Die Frauenbewegung hat sich professionalisiert“, die Themen seien andere. „Die berufliche Bildung ist dominant“, weiß sie aus Erfahrung. Ein bleibendes Thema sei allerdings die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Da bewegt sich gar nichts.“

Christel R. Radix

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