"Picobello" erteilt dem Müll eine Abfuhr
07.04.2008 | 18:33 Uhr 2008-04-07T18:33:34+0200Schwerte. Die Stadt hat dem Müll den Kampf angesagt und greift von zwei Flanken aus an. Neben der Plakataktion, die das Bewusstsein der Bürger schärfen soll, ging gestern "Picobello" an den Start.
"Picobello": Das ist das Duo, zu dem Fabian Schultheis und Rudi Vorndran vom Baube-triebshof gehören. Sie bilden nun die schnelle Eingreiftruppe, um dem Müll eine Abfuhr zu erteilen. Worin besteht der Unterschied zum bisherigen System, schließlich obliegt die Sauberkeit der Stadt doch sowieso dem Bauhof? Das Duett ist ganz speziell für diese Aufgabe zuständig. Wenn Anrufe beim Beschwerdemanagement der Verwaltung zu Dreck-Ecken in der Stadt eingehen, wissen die Mitarbeiter im Rathaus sofort, an wen sie sich beim Bauhof wenden können.
Damit die beiden Mitarbeiter auch im Stadtbild erkannt werden, haben sie eine spezielle Dienstkleidung mit dem neuen Logo "Schwerte, bleib sauber". Ein eigenes Dienstfahrzeug gehört ebenfalls zur Ausstattung von "Picobello". Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen neuen Kastenwagen, der mit den Logos der 29 Sponsoren bestückt ist und auf dem die Telefonnummer des Zentralen Beschwerdemanagements zu lesen ist: Tel: 104 333.
Die Erfahrungen von der siebten Runde "Schwerte putz(t) munter" geben keineswegs Anlass zu dem Gedanken, das Duo könnte arbeitslos werden. Rund 2,5 Tonnen, auf 300 Beutel bis an den Rand voll mit Müll verteilt, sammelten die Helfer am Wochenende ein.
Damit aber noch längst nicht genug. So stieß die Umwelt-AG der Gesamtschule auf einen Motorroller, der in einen Seitenarm des Mühlenstranges geworfen worden war. Ein paar Meter weiter fanden sie einen Autoreifen. Mädchen und Jungen des AWO-Kindergartens Regenbogen machten sich mit den Erzieherinnen Klaudia Baumann-Spanel und Gabriele Schidlowski auf den Weg. Lange mussten sie nicht suchen, schnell fanden sie an den Straßenrändern und im Gebüsch der Beckestraße und am Stadtpark allerlei Unrat. Apropos: Nach Beobachtungen von Oberschichtmeister Ernst Kunert sind die Müllmengen, die in irgendwelchen Gebüschen herumliegen, deutlich mehr geworden. Ein weiteres Ärgernis seien die Hundehaufen, auf die man überall treffe. "Einfach widerlich. Das muss doch nicht sein". Mit der Verwaltung will Kunert überlegen, wie die Stadt dieser Plage Herr werden und die Hundebesitzer zum Umdenken bewegen kann.
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