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Kleinkunstwochen

Opiumrausch in italienischer Nacht

27.11.2009 | 19:40 Uhr
Opiumrausch in italienischer Nacht

Schwerte. In der Stimme von Herbert Hermes lag ein Iota Stolz, als der Leiter des Kulturbüros gestern die 50. Schwerter Kleinkunstwochen ankündigte.

Über 25 Jahre Programm zusammen gestellt, 19 Kleinkunstpreise verliehen, 350 Veranstaltungen auf die Beine gestellt und 90 000 Besucher gezählt – trotzdem kein Grund, sich auszuruhen: Mit „Hits, Highlights & Heroen” läutet das Kulturbüro im Januar die 50. Ausgabe der Kleinkunstwochen ein.

Zwar weiß auch Lutz Görner nicht, wo Friedrich Schillers vermisster Schädel liegt, wohl aber, was sich darin abspielte. In „Opiumschlummer und Champagnerrausch” tritt der Rezitator mit Schillers Texten am Freitag, 29. Januar, bei den Kleinkunstwochen auf.

Lutz Görner im Champagnerrausch

Die Petersburger Truppe Derevo macht Lichttheater. „Eigentlich ist das keine Kleinkunst mehr”, sagt Herbert Hermes. „Es stehen drei Leute auf der Bühne, trotzdem ist die Lichttechnik so aufwändig, dass der Aufbau über einen Tag dauert.” „Derewo” stellt am 20. Februar mit dem Programm „Harlekin” die Geschichte der Clowns vor.

Die Variet´e Comedians Herr Niels & Herr Fröhlich sind zum zweiten Mal in Schwerte – jedenfalls zur Hälfte: Herr Niels trat bereits mit einem anderen Partner in der Ruhrtalstadt auf. Die Pantomimen bringen am 25. Februar Comedy mit Gummigelenken und Bleischuhen, aber ganz ohne Worte.

Multitalent Konrad Beikircher besucht die Kleinkunstwochen am 27. Februar als Musiker und Sänger. In Schwerte singt der Wahl-Rheinländer mitten in der kalten Jahreszeit italienische Lieder über „Amore e passione” – Liebe und Leidenschaft.

In einem magischen Maskentheater feiert Schwerte ein Wiedersehen mit Familie Flöz. Die Theatertruppe, die bei den Kleinkunsttagen schon so exotische Orte wie eine Tiefgarage bespielte, kommt am 5. März mit „Hotel Paradiso”, der Geschichte eines heruntergekommenen Berghotels und einer Familie, die dem Kasten fünf Sterne verpassen will.

„Keine Frage von Geld und Talent, zwei und ein Eimer, das ist schon ne Band”, so sangen einst die Rodgau Monotones und das Trio Recyklang setzt die Idee fort. In ihrem Programm „Schrott zu Musik” will Recyklang beweisen, dass es keinen Alltagsgegenstand gibt, der nicht musikfähig ist. Ob's stimmt? Schwerter Kleinkunstbesucher können sich am 6. März überzeugen lassen.

Eine Sommer-Gala veranstaltet das Kulturbüro am 25. August anlässlich der Verleihung des Schwerter Kleinkunstpreises. Die Preisträger Rebecca Carrington und Colin Brown räumten bei den vergangenen Kleinkunsttagen mit dem besten Ergebnis aller bisherigen Festivals ab. Im August kommen die Cellistin und ihr Bühnenpartner zur Preisverleihung mit Zugabe zurück in die Rohrmeisteri. Die Theatergruppe Tol aus Belgien rundet das Programm des Galaabends ab.

Bilder eines Fotografenlebens begleiten die 50. Kleinkunstwochen. Fotograf und WR-Bildredakteur Lutz Krupka hat die Veranstaltungen seit Beginn der 90er Jahre begleitet und zeigt die schönsten Aufnahmen vom Schwerter Kulturleben. Überdies öffnet der Bildermacher seine private Schatzkiste und stellt Fotos von Reisen auf der Seidenstraße oder zum Mount Everest in der Rohrmeisterei aus. Die Ausstellung ist vom 19. Februar bis 12. März in Halle 2 zu sehen.

500 000 Euro liegen in den Kassen des Kulturbüros, um damit jährlich zwei Kleinkunstwochen zu füllen. „Viele Künstler nehmen heute horrende Gagen”, sagt Herbert Hermes. Vergeblich versuchten Hermes und seine Kollegin Heike Pohl Künstler zu buchen, die die Schwerter Kleinkunstwochen in der Vergangenheit geprägt haben.

Die Kleinkunstszene hat sich verändert

„Wir dachten zum Beispiel an ein Wiedersehen mit Hans Liberg, der 1991 den Preis bekam. Aber da macht das Fernsehen Probleme”, so Hermes. Zum einen seien viele Kleinkünstler durch TV-Auftritte prominent und damit teuer geworden. Zum anderen sagten manche viel zu kurzfristig erst drei Monate vorher, ob sie noch eine Lücke im Tourneeplan haben. Da wären wir nur noch Resteverwerter.”

Dass das Kulturbüro mit der Auswahl für die 50. Runde der Kleinkunstwochen den richtigen Riecher bewiesen hat, zeigt bereits jetzt die Reaktion der Schwerter. Heike Pohl am Ankündigungstag: „Wir haben heute schon 170 Karten verkauft.”

Der Vorverkauf der Karten beginnt am 1. Dezember.

Vorverkaufsstelle ist das Foyer der VHS, Am Markt 11. Überdies nimmt das Kulturbüro Reservierungen zum Preis der Abendkasse entgegen: 104-811 oder E-Mail kulturbüro@kuwebe.de

Einzelkarten kosten im VVK 15 €/12 € (erm.), AK 17 €/13 € (erm.)

Dauerkarten kosten 60 €/52 € (erm.), gelten jedoch nicht für die Gala. Es gibt auch Dreierkarten: VVK 39€/33 € (erm.), AK 44€/35€ (erm.)

Galakarten für den 25. August kosten 20 €/15 € (erm.).

Dirk Husemann

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