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Alexandra Nier absolviert...

Odyssee mit glücklichem Ausgang

14.11.2008 | 20:30 Uhr
Odyssee mit glücklichem Ausgang

Schwerte/Rockford. Fahr in die USA, da kannst du was erleben: Drei Umzüge in vier Wochen hat die 15-jährige Alexandra Nier, die Mitte August für ein Schuljahr in die Staaten aufbrach (WR berichtete), hinter sich.

Von Zeit zu Zeit, hatten wir angekündigt, würde sich die Schwerterin mit ihren Erlebnissen und Erfahrungen zu Wort melden. Dass wir mit unserer Formulierung „Start ins Abenteuer USA” gar nicht mal so schief lagen, das allerdings war damals so nicht abzusehen.

Nach neun Stunden Flug landete die 15-Jährige am 17. August um 15 Uhr Am O'Hare-Airport in Chicago, hundemüde. Die Gastfamilie war schon da, aber bevor Alexandra ihren ersten Umzugstag zu Ende bringen und ins Bett steigen durfte, hatten die „Eltern auf Zeit” Robert und Luanne sowie Gastschwester Rebecca - Zeitverschiebung hin, Müdigkeit her - erstmal eine kleine Rundreise durch Illionois vorgesehen. Nach rund 20 Stunden Reisezeit kam die Schwerterin endlich im neuen Zuhause in Rockford an und sank in die Federn.

Apropos Zeitverschiebung: „In der ersten Woche habe ich die meiste Zeit nur mit Schlafen verbracht, ich bin morgens um drei Uhr aufgewacht (10 Uhr morgens in Deutschland) und abends um 20 Uhr war ich schon wieder müde. Deshalb habe ich die ersten Tage kaum etwas von meiner Umgebung wahrgenommen, doch mit der Zeit bekam ich mehr und mehr Probleme mit dem Lebensstil meiner Gastfamilie.” Nicht ohne Grund: In der Schule wurde sie von ihren neuen Klassenkameraden mitleidig gefragt, ob sie bei den „Messys“ wohnen würde.

Nun musste Alexandra, 15 Jahre alt und in fremder Umgebung, aktiv werden: „Ich habe den Koordinator der Austauschorganisation kontaktiert und ihn um Hilfe gebeten, denn ich wusste nicht, wie ich mich in dieser Situation verhalten sollte. Er kam zu dem Entschluss, dass ich keinen Tag länger in dieser Gastfamilie bleiben könne und nach nur zwei Wochen in Amerika bin ich bei der Familie des Koordinators eingezogen. Diese besteht aus den Gasteltern und drei kleinen Gastbrüdern. Sie leben in einem anderen Teil von Rockford und 40 Minuten Fahrzeit von meiner Schule entfernt. Die drei Kleinen waren natürlich total aufgeregt, da sie nun eine große Schwester hatten. Sie wollten mit mir spielen und es war immer Action im Haus. Wir hatten jeden Tag Besuch, alle wollten mich kennen lernen. Es war eine sehr aufregende Zeit und ich war jeden Abend richtig ausgepowert, da ich bis 17 Uhr Schule und Schwimmtraining hatte und dann noch Hausaufgaben machen musste. Trotzdem hat es mir bei dieser Familie sehr gut gefallen, weil dort immer etwas los war und meine drei kleinen Brüder echt süß waren.

Nach weiteren zwei Wochen habe ich dann aber meine neue Gastfamilie gefunden. In meiner Klasse hatte ich ein 17-jähriges Mädchen namens Lauren kennen gelernt. Mit ihr habe ich über meine Situation gesprochen. Nach einigen Tagen hat sie mich gefragt, ob ich nicht bei ihr wohnen wolle, da ihr Bruder ausgezogen sei und ein Zimmer frei sei. Zuerst war ich recht skeptisch und hatte Angst, dass mit der Familie wieder etwas nicht in Ordnung ist. Trotzdem bin ich zum dritten Mal in vier Wochen umgezogen und jetzt weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war.

Meine neue Gastfamilie ist supernett, sie hilft mir mit allem und an meinem Geburtstag hat sie sogar eine Surprise-Party organisiert. Ich habe ein großes Zimmer mit einem kleinen Arbeitszimmer für mich ganz allein. Außerdem waren wir schon in Chicago und jeden Freitag gehen meine Gastschwester, meine Freunde und ich zu einem Football-Spiel zum Anfeuern. Vor zwei Wochen war an unserer Schule ein großer Ball (Home Coming). Schon Wochen vorher wurde geplant, welches Kleid getragen wird und welches Make-Up. Am Home Coming-Samstag haben meine Gastschwester Lauren, Hanna (eine sehr gute Freundin) und ich fünf Stunden im Badezimmer verbracht. Dann sind wir zuerst schön essen und schließlich um 21 Uhr zum Ball in der Schule gegangen. Der Abend war einfach nur super.”

FBG aufgemerkt: „Schule macht hier richtig Spaß”, schreibt Alexandra weiter, „wir hatten bereits verschiedene Motto-Wochen und meine Klassenkameraden helfen mir immer, wenn ich etwas nicht verstehe. Außerdem sind drei andere deutsche Austauschschüler auf meiner Schule und wir helfen uns gegenseitig. Mein Englisch hat sich sehr stark verbessert und ich habe angefangen, die Zeit hier in Amerika zu genießen.

Weihnachten wird meine Gastfamilie in Chicago im großen Familienkreis feiern und sie hat mich dazu eingeladen. Davon mehr beim nächsten Mal.”

Manfred Kowitzke

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