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Neue Regeln für Altkleider

25.10.2012 | 21:20 Uhr
Neue Regeln für Altkleider
Die GWA sammelt Altkleider ein und hat sich dazu mit caritativen Einrichtungen abgesprochen.Foto: Manuela Schwerte

Schwerte. Es waren Bürger in Holzen, die sich dieser Tage über Wäschekörbe ärgerten, unmittelbar vor ihrer Haustür abgestellt. Für ausrangierte Schuhe seien die Wannen gedacht, bekamen die Anwohner auf einem aufgeklebten Zettel zu lesen. „Was soll das eigentlich? Wer erlaubt so etwas?“, ereiferte sich ein Nachbar.

Bevor er sich mit der Stadt oder einer anderen Behörde ins Benehmen setzen konnte, waren die Körbe verschwunden, der Frust blieb. Ein Vorfall wie der aus dem Schwerter Stadtteil ist für Andreas Schneider keine Seltenheit. Er ist Sachgebietsleiter für den gewerblichen Umweltschutz beim Kreis und sagt klipp und klar: „Eine solche Sammlung ist nicht erlaubt.“ Oder konkreter gesagt: nicht mehr erlaubt. Seit Juni gilt das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das strengere Regeln beinhaltet. Aus Abfall lassen sich bekanntlich Wertstoffe herausholen und die wiederum können in Geld verwandelt werden. Das gilt auch und gerade für Altkleider.

Schwierige Prüfung

Die werden nun auf unterschiedliche Art und Weise gesammelt:

Container: Das Signet der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft (GWA) im Kreis Unna prangt an 33 Behältern im Stadtgebiet und an rund 300 kreisweit. Der kreiseigene Betrieb hat im Frühjahr zahlreiche Standorte übernommen, auch solche, die von Hilfsorganisationen betrieben wurden. Mit ihnen rechnet er nun die Einnahmen ab, berichtet GWA-Sprecher Andreas Hellmich. Die Organisationen selbst seien froh, sich nicht mehr um die Entsorgung kümmern zu müssen.

Darüber hinaus existieren aber in Schwerte noch rund 20 Container auf privatem Grund, sagt Schneider. Derzeit prüfe seine Behörde, ob sie bleiben dürfen. Argument pro Erhalt: Sie stehen schon seit Jahren dort, Stichwort Bestandsschutz. Argument dagegen: Sie könnten die Wirtschaftlichkeit anderer Aktionen gefährden.

Sammlungen: Der Aktionskreis Pater Beda oder die Pfadfinder sind mehrfach im Jahr unterwegs, um neben Altpapier auch Altkleider von privaten Haushalten abzuholen. Solche Aktionen sind zwar gemeinnützig, aber auch genehmigungspflichtig. Zehn Anfragen aus Schwerte liegen Schneider vor. Zunächst einmal für drei Jahre bekommen die Initiativen grünes Licht. Als „Grauzone“ bezeichnet der Sachgebietsleiter Sammlungen, die zwar einen gemeinnützigen Anstrich geben, die Hintermänner oder -frauen aber nur Geschäfte machen wollen. Da werde für ein Land in Asien um Kleider gebeten, erklärt Schneider. Doch nach den Antragsunterlagen sei mehr als unsicher, ob der caritative Zweck wirklich erfüllt werde. Da das Gesetz noch neu sei, erfordere die Bearbeitung solcher Anträge eine gewisse Zeit. Man sammele noch Erfahrungen.

Schließlich gebe es noch die rein gewerblichen Sammlungen, berichtet Schneider, zu denen Aktionen wie die in Holzen gehören. Aktuell hat er zwei Anträge auf dem Tisch und hat zu prüfen, ob es sich auch um redliche Unternehmen und Initiativen handelt, die dahinter stecken. Vor wenigen Tagen sei man auf eine vermeintlich illegale Aktion in Kamen aufmerksam geworden, die keine Genehmigung hatte, berichtet Schneider. Man wisse aber inzwischen, mit welchem Auto die Leute unterwegs gewesen seien. Die Behörde bereite ein Bußgeldverfahren vor.

Theo Körner

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2012-10-25 21:20
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