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RSA neu im Nattland

Neue Firma legt ihr Augenmerk auf Präzision

29.06.2012 | 20:00 Uhr
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Neue Firma legt ihr Augenmerk auf Präzision

Schwerte. Mit welchem Unternehmen hat man es wohl zu tun, dessen Slogan lautet „Von hart bis zart“? Um die Fantasie gleich wieder einzufangen, reicht ein Blick auf die Werbeprospekte. Die Firma ist in der Metallbranche zu Hause und hat in Schwerte eine neue Heimstätte gefunden. Ihr Name: RSA. Größe: 110 Mitarbeiter, rund 90 davon in Westhofen.

Nach vier Jahrzehnten in Lüdenscheid zog es die Firma nordwärts, weil sich in der Kreisstadt partout kein größeres Grundstück und noch dazu eines mit einer Reservefläche für Erweiterungen finden ließ. Die Stadt Schwerte breitete ihr sprichwörtlich den roten Teppich aus, schließlich sagte sich ein König, genauer ein Bürstenkönig an.

Das Wort von Firmenbesitzer Wolfgang Geers lässt schmunzeln, aber ernsthaft betrachtet hat es RSA geschafft, die Mitbewerber hinter sich zu lassen. Gemeint sind übrigens Industriebürsten, von denen die einen so klein sind, dass man schon fast eine Lupe braucht, die anderen lassen sich nicht übersehen, sind eher einen Meter groß und unverzichtbar, um Bauteile zu entgraten, aus denen später Autos entstehen oder Möbel oder, oder. Die Winzlinge unter den Bürsten haben ihren Platz in der Medizintechnik, beispielsweise in Laborräumen. Solche drahtigen Kollegen, in S oder XXL-Format herzustellen und die dazugehörigen Entgratmaschinen, war so etwas wie die Keimzelle des Geschäfts, von dem die Kunden aber sehr schnell meinten, dass es sich ausweiten lässt, erzählt Geschäftsführer Thomas Berg.

Entgraten, Vermessen, Reinigen

Wenn eine Firma schon solche Bürsten und Maschinen produziert, mit denen zugeschnittene Metallteile von scharfen Graten befreit werden, dann könnte RSA doch auch das Werkzeug und die Maschine zum Schneiden, also für den vorgeschalteten Arbeitsgang, liefern. Und überhaupt: Warum nur die einzelnen Sägen, weshalb nicht gleich ganze Sägezentren? Hier werden die geschnittenen Rohrstücke entgratet, vermessen und gereinigt.

Damit war der Weg gewiesen. In den neuen Hallen an der Adolph-Kolping-Straße stehen heute Hochleistungskreissägen, die es in sich haben. Mit recht unterschiedlichen Talenten, wenn man so will, ausgestattet, zertrennt die eine Anlage rasend schnell Metallrohre, Stangen oder Rechteckprofile. Die andere zerlegt tonnenschwere zylinderförmige Stahlstäbe in Einzelteile. Setzen die Sägeblätter zur Arbeit an, hat es den Eindruck, als hätten sie es mit Butter zu tun.

„Um es nicht misszuverstehen“, verwahrt sich Holger Krenz vor möglichen Irritationen: „Wir sind kein Betrieb, in dem Metalle gesägt und in eine gewünschte Form gebracht werden. Wir bauen die Anlagen, liefern sie aus – und das weltweit.“ Bis vor kurzem gab es nur einen Kontinent, den RSA nicht bediente. Doch inzwischen gehört auch Australien dazu.

Den Lückenschluss verdankt das Unternehmen der Firma Häberle aus dem Süddeutschen, die sie aufgekauft hat und die in down under fest verankert war. Da das Aufstellen der Technik vor Ort beim Kunden passiert, sind Serviceteams stets auf Achse. Es habe sich nun mal bewährt, die Anlage am vorgesehenen Platz zu installieren, betont Krenz. So lasse sich die 100–prozentige Funktion der komplexen Maschinen gewährleisten und man stehe dem Kunden sofort als Ansprechpartner parat. „Service wird bei der RSA sehr groß geschrieben.“

Eigene Halle für die Präsentation

Um Geschäftspartnern besser als es heute möglich ist zu demonstrieren, was RSA an technischen Lösungen zu bieten hat und womit sich die Firma weltweit einen Namen erworben hat, bleibt im Nattland eine Halle der Präsentation vorbehalten. Hier soll der Kunde sich die Geräte anschauen können und am besten ist es sicherlich, wenn er mit den Experten von RSA gleich über die eigenen Konstruktionswünsche spricht.

Durch die enge Rückkopplung mit den Kunden habe es RSA unter anderem auch geschafft, bei der Herstellung von Sägeblättern Vorreiter zu sein, sagt Krenz.

Die Präzisionswerkzeuge zeichnen sich vor allem durch ihre Langlebigkeit aus. Das lässt sich auch von den Bürsten behaupten, die aus Spezialdraht bestehen. Sie können Stahlrohre ebenso von scharfen Kanten befreien wie den Schimmel in der französischen Käseproduktion wegnehmen, von hart bis zart.

Theo Körner

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