Demo auf B 236
Motorradfahrer drehen den Spieß um
05.05.2009 | 15:19 Uhr 2009-05-05T15:19:00+0200
Schwerte. Was die Unfallkommission auf Druck der Anwohner duchsetzte, schaffen die Motorradfahrer am Sonntag mit leichter Hand auch. Dann ist die B 236 zwischen Ergste und dem Schälk nämlich nicht nur für Motorräder gesperrt, sondern auch für Autofahrer. Die Biker gehen auf die Straße.
„Das Fahrverbot an dieser Stelle ist überdreht”, sagt Michael Wilczynski (49), der vor einer Woche eine Petition an den Landtag mit der Forderung nach einer Rücknahme der Sperrung auf den Weg schickte (WR berichtete). Mit der Anmeldung der Demon-stration am Sonntag macht er den nächsten Schritt: „Wenn genug Leute aufstehen und sagen, das lassen wir uns nicht gefallen, dann muss sich der Landtag damit auseinander setzen”, hofft Wilczynski, seit 32 Jahren fast unfallfreier Motorradfahrer. Einmal wurde ihm die Vorfahrt genommen, ausgerechnet an der Letmather Straße, Einmündung Ruhrtalstraße.
Unter anderem deshalb auch zählt sich das Mitglied des Bundesverbands der Motorradfahrer und der Gespann- und Motorradfreunde Sauerland zu den eher vernünftigen Zweiradfahrern. „Natürlich”, räumt er ein, „gibt es eine Hand voll Leute, die die B 236 als Rennstrecke missbrauchen.” Denen aber könne man anders als mit einer Sperrung beikommen. Wie etwa auf einer Strecke in Hagen, meint Wilczynski: „Da fährt ein zivilies Motorrad mit Kamera. Wenn regelmäßig kontrolliert wird, und die Leute müssen ihre Fleppe abgeben, dann wirkt das mehr als das bloße Abkassieren.”
Neben der Hoffnung, dass die Letmather Straße auf dem Teilstück wieder geöffnet wird, verfolgt der 49-Jährige weitere Ziele: „Wir wollen auch verhindern, dass die Motorradfahrer auf Nebenstrecken ausweichen und dann wirklich durch Wohngebiete fahren. Dann werden mehr Leute belästigt als die paar Anwohner zwischen der JVA und dem Schälk”, sagt er. Das Lärm-Argument möchte er nämlich nicht so ohne weiteres gelten lassen. Eine Bundesstraße sei nicht umsonst eine Bundesstraße: „Was sollen denn die Leute auf der Hörder Straße sagen - das ist schließlich auch die B 236.”
Vielleicht 37, vielleicht auch ein paar Hundert
Welche Dimensionen der Demonstrationszug am Sonntag hinter der JVA annehmen wird, steht noch in den Sternen. „37 Anmeldungen habe ich bisher”, gibt sich Wilczynski bescheiden. Angesichts von rund 150 Zugriffen täglich auf seine Internetseite und ungezählten Diskussionen in Internetforen kann er sich schon vorstellen, dass so „200, 300 Leute” am Sonntag zusammenkommen: „Womöglich noch mehr”, hofft der Ergster auf ein imposantes Bild, das die Entscheidungsträger nicht unbeeindruckt lässt.
Außerdem geht Wilczynski davon aus, dass er noch reichlich Futter für seine Petition bekommt: „Am Wochenende habe ich erst 500 Unterschriften von der Syburg mitgenommen - am Sonntag kommen sicher noch mehr.”
INFO: VOLLSPERRUNG
Die Vollsperrung der B 236 ist zwischen der Gillstraße und der so genannten „Applauskurve“ am Sonntag, 10. Mai, in der Zeit zwischen 15 und 17 Uhr vorgesehen.
Die Demonstration mit dem Ziel der Wiedereröffnung der an Wochenenden und Feiertagen für Motorradfahrer gesperrten B 236 zwischen Ergste und dem Schälk wurde bei der Polizei angemeldet.
Bei dem Kooperationsgespräch mit dem Anmelder wurde festgelegt:
Die Teilnehmer treffen sich gegen 14.30 Uhr auf dem Parkplatz der Justizvollzugsanstalt Schwerte (Zufahrt Grillstraße) und parken ihre Fahrzeuge dort.
Gegen 15 Uhr starten die Demonstrationsteilnehmer zu Fuß vom Parkplatz der Justizvollzugsanstalt Schwerte über die Letmather Straße (B 236) bis zur sog. „Applauskurve“ (Marschweg ca. 1,5 km).
Dort folgt unter Umständen ein kurzer Redebeitrag.
Anschließend führt der Marsch zurück zum JVA-Parkplatz, wo die Veranstaltung gegen 17 Uhr beendet sein soll.
Für die Dauer der Demonstration wird der Teil der Letmather Straße zum Schutz der Demonstrationsteilnehmer komplett gesperrt.
06:14
@ j.Scholz.
Kannst gerne mal bei mir vorbeischauen.
Oder anrufen. Auch andere Interessierte dürfen das.
Problem ist aber das wir ohne die Behörden gar nicht viel bewegen können und dürfen.
Michael
15:39
Wäre es langsam nicht an der Zeit, daß wir die Alternativen und Vorschläge von Michael mit allen Beteiligten diskutieren und zu einem Resultat kommen mit dem alle leben können?
Eine kleine Bemerkung:
Meine Freundin und ich waren neulich im Harz unterwegs (natürlich mit den Mopeds) und diese wunderbare Strecke zum Kyffhäuser (ca. 4 Km und 36 Kehren) ist an bestimmten Uhrzeiten und Tagen für ...na...?...PKW gesperrt!!!
03:11
@Dieter Krutschinna,
tja, aber dank einer egoistischen lobby und politikern, die probleme lieber verlagern als zu lösen.... gibts nunmal solche verbote!!!!
wenn alle 8 mio biker gemeinsam eine petition einrechen würden.... oder klage in karlsruhe einreichen würden, dann sähe es bestimmt anders aus !
lg
hans
15:51
wofür zahle ich steuern,wenn ich als motorradfahrer diskriminiert werde und strecken nicht befahren darf,die für autofahrer frei zu befahren sind?ich bin für das aufheben aller streckenverbote für motorräder. raser gibt es auch bei den autofahrern.es geht ums prinzip.gleiches recht für alle
13:08
@iserl
wird die PS-Zahl dann bei Autos auch begrenzt, die schubsen sich auf der Autobahn ja oft genug auch nur von der linken Spur, fahren dicht auf usw.
Ist schon erstaunlich, das alle eine Meinung zu Motorrädern haben, nur keine Ahnung.
Denn die Begrenzungen gibts ja schon.
Hier geht es darum, das ich ein hier gekauftes Motorrad, das ich technisch nicht verändert habe, nicht benutzen darf, wie es jeder Autofahrer mit seinem Gefährt auch darf.
06:22
Die Bestimmung zur Lautstärke gibts ja schon.
Also nun?
Michael
23:27
P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
23:26
Es gibt eine ganz einfache Lösung: der gesetzgeber sollte nur noch zulassen, dass Motorräder mit einer bestimmten PS-Zahl und Höchstgeschwindigkeit zugelassen werden. Dazu ein gesetzt, welche dB-Zahl die Bikes höchstens erreichen dürfen und schon hat der Spouk ein Ende. Aber da gibt es leider die Lobby der Industrie und ich glaube Kaum, dass die Politiker der widersprechen werden. Es geht ja schließlich um Wählerstimmen und Pfründe, die die Politiker sich trochenlegen würden. Armes Deutschland
17:45
sehr schnes gedicht =)
...gefällt mir!
16:56
Noch n Gedicht:
Laß sie rasen , bis sie wissen,
bald sie deshalb sterben müssen.
Der Traum von Freiheit, Leder, Glück,
kehrt dann so schnell nicht mehr zurück.
Wenn Menschen es als größtes Freiteitsvergnügen empfinden, sich auf Knatterbüchsen mit zwei Rädern zu setzen, um möglichst rasend von Ort zu Ort zu kommen, nur so, dabei die Solidarität der anderen lederbekleideten und Stiefel tragenden Typen zu geniessen, ja sogar jeden BIKER!! zum Gruss eine Hand ausstrecken, dann soll man sie auch lassen. Man kann den Kopf schptteln, ja, aber man sollte ihnen ihr Räppelchen lassen. Schließlich lebt eine ganze Industrie davon, den Leuten die Köpfe zu verdrehen und immer schnellere und möglichst mit Renncharakter ausgestattete Maschinen anzudienen.
Wenn dann noch die Blondine auf dem Rücksitz zittert, scheint das Glück vollkommen, mit Helm und Hose versteht sich.
Es sollte allerdings im Rahmen der STVO geschehen und die durchgeknallten Raser sollten rigoros aus dem Verkehr gezogen werden.
Leider muss sich der Staat, btw das Land öfters die Gedanken der Raser zu eigen machen, und diese vor sich selbst schützen, etwas an neuralgischen Punkten, sonst rennen die demnächst von Friedhof zu Friedhof um Solidaritöt zu üben