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Moschee setzt auf Offenheit

19.02.2010 | 20:00 Uhr
Moschee setzt auf Offenheit

Schwerte. Hohe und große Fenster, eine Empore für Frauen, die es ermöglicht, dass sie gemeinsam in einem Raum mit den Männern beten, und eben nicht getrennt: Schon von der Bauweise her setze die neue Moschee am Beckenkamp auf Transparenz und Miteinander.

Das hob Aynur Akdeniz hervor, Vertreterin des neu gewählten Integrationsrates, als Thomas Kufen im Gotteshaus zu Gast war. Der Besuch des Integrationsbeauftragten der Landesregierung bot die Chance, nicht nur ihm, sondern auch Vertretern von Politik und Vereinen erstmals das Innenleben und die Ausgestaltung der Moschee vorzustellen. Bewusst wollte Akdeniz nicht von Problemen sprechen, ebensowenig war ihr daran gelegen, etwas schön zu reden. In Schwerte gehe man vielmehr eine „Integration der kleinen Schritte” und die Moschee sei auch als ein Ort zu verstehen, an dem sich Menschen unterschiedlicher Kulturen treffen. Architekt Isa Karatas: „Nur 25 Prozent der Fläche sind allein dem Beten vorbehalten, der andere Teil sind Räume für die Begegnung und die Gemeinschaft.”

Gerade weil es in Schwerte keine lang anhaltenden Debatten um die Moschee gegeben habe, sei er gern in die Ruhrstadt gekommen, meinte Kufen. Wie es gestern hieß, gingen beim Bürgermeister lediglich ein Protestbrief und eine Mail ein. Der interkulturelle Stadtrundgang, die Rucksackprojekte für türkische Mütter, Gesprächsrunden muslimischer und christlicher Frauen, nannte Akdeniz als Zeichen eines gesellschaftlichen Miteinanders. Gleichwohl „liegt noch eine Menge Arbeit vor uns”, sagte sie und hob insbesondere auf den Bildungsbereich ab. „Integration ist nicht damit beendet, dass wir mal alle 'nen Döner essen”, sagte Kufen. Auch ein Ausländerwahlrecht, das Ratsherr Domenico Cappobianco ansprach, sei nicht die entscheidende Frage. Wenn sich an ihn, Kufen, Familien mit ausländischen Wurzeln wenden würden, dann gehe es um die Schulwahl, den Übergang von Schule zum Beruf, um die Bedeutung von Kopfnoten oder um den Arbeitsplatz.

Die Landesregierung gehe immer mehr dazu über, die Moschee- und Kulturvereine in die Integrationsarbeit einzubeziehen, die bislang stark von AWO, Diakonie oder Caritas geprägt gewesen sei. „Dafür öffen wir auch ganz langsam die Fördertöpfe.” Kufen appellierte, bei der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund auch die Eltern zu motivieren.

Heiterkeit kam auf, als er wissen wollte, warum denn das Minarett blau gefärbt sei. Ob die Farbe vielleicht etwas mit Fußball zu tun habe. Ob und welchem Verein er die Treue hält, ließ Architekt Karatas, in Dortmund wohnhaft, offen. Blau sei die Farbe der Versöhnung, erwiderte er.

Moschee setzt auf Offenheit

Theo Körner

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