Mizuka Kano brachte den Bösendorfer zum Singen
23.08.2009 | 15:26 Uhr 2009-08-23T15:26:00+0200
Schwerte. Die Japanerin Mizuka Kano verzauberte mit strahlenden Interpretationen von Haydn, Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann gestern ihr Publikum in der Rohrmeisterei mit ihrem Klavierkonzert in der Reihe „Sternstunden am Bösendorfer”.
Die in Tokio geborene Kano, Preisträgerin vieler internationaler Wettbewerbe, bewies einmal mehr den ihr vorauseilenden Ruf der absoluten Meisterklasse. Kano eröffnete die Matinee mit Joseph Haydns Andante und Variationen f-Moll. Elegant und kraftvoll nutzte sie die Möglichkeiten des Bösendorfers und zeigte bewundernswert ihr Gespür für die Architektur dieser Komposition. Für ihre sensible und zupackend gespielte Sonate A-Dur Op. 101 von Beethoven gab es stürmi-schen Applaus. Zauberhaft-gefühlvoll interpretierte Mizuka Kano vier Kompositionen der „Lieder ohne Worte” von Felix Mendelssohn-Bartholdy und brachte mit höchster Sensibilität und großem Sinn für Wechsel und Schattierungen das Klavier zum Singen. Nach der Pause spielte die Ausnahmekünstlerin Schumanns Arabeske Op. 18 und die hintergründige Humoreske Op. 20. Mit technischer Brillanz gelangen ihr tiefmusikalische Interpretationen. Gerade die Humoreske zeigte hohe Präzision und Flüssigkeit. Ihr sensibel perlend klares und fein nuanciertes Schumann-Spiel begeisterte.
Ein wunderschönes Konzert von einer international renommierten Pianistin, deren ausdrucksstarke Tempiwechsel von filigraner Zartheit bis zu feurigen Gefühlsausbrüchen, mit großem Gespür für lyrische Momente, rauschenden Läufen und konzentrierten Phasen der Ruhe diesen Vormittag einmal mehr zu einer Sternstunde machten.
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