Das aktuelle Wetter Schwerte 22°C
Tierpädagogik

Mit Therapiehund Lotta lernen Kinder fürs Leben

14.09.2010 | 16:58 Uhr
Mit Therapiehund Lotta lernen Kinder fürs Leben

Schwerte. Auf seinen kleinen Pfoten tappst das putzige schwarze Fellknäuel schwanzwedelnd hinter seinem Frauchen her, lässt sich auch von der lebendigen Kinderschar nicht aus der Ruhe bringen: Gerade einmal zehn Wochen alt ist Lotta, die gestern ihren ersten Dienst-Tag als Therapiebegleithund in der Schwerter Kinderstätte In den Gärten hatte.

Noch hält sich die „Arbeit“ für den wuscheligen Welpen in Grenzen, sollen sich Vierbeiner und Kinder erst mal aneinander gewöhnen. Doch schon in Kürze beginnt für Lotta die mehrmonatige Ausbildung zum Therapiebegleithund. Damit das auch jeder weiß, steht auf dem roten Hundegeschirr in großen, weißen Lettern: Azubi.

Die Idee dazu hatte Linda Rosigkeit, die „schon immer ein Interesse an Hunden hatte“ und Beruf und Hobby gern unter einen Hut bringen wollte. Nachdem die Heimerzieherin, die bereits Erfahrungen mit der Hippotherapie hat, im vergangenen Jahr eine Fortbildung Tiergestützte Therapie absolviert hatte, nahm das Projekt konkretere Formen an. „Ich möchte etwas für die Kinder tun, von denen viele entwicklungsverzögert sind“, erläutert die 30-Jährige den Ansatz, Tiere als Hilfsmittel in der Pädagogik einzusetzen. Die so genannten Cane-Pädagogik arbeitet mit unausgebildete Hunden, die nach und nach entsprechend geschult werden. Ziel sei es u.a., Kindern ein Erfolgserlebnis zu geben, wenn sie dem Tier etwas beigebracht haben, erklärt Linda Rosigkeit. Ihre neue Chefin Yvonne Growietz, die seit August die Einrichtung leitet, war von dem Projekt begeistert. Nachdem die Diakonie als Träger der Einrichtung ihr Ok gab, konnte es im Nu umgesetzt werden.

Hund als Motivator

Freudestrahlend begrüßten die Mädchen und Jungen gestern Morgen „die Neue“ in ihrer Mitte, näherten sich ihr vorsichtig und streichelten liebevoll das weiche Fell des Hundebabys, das sie aus seinen schwarzen Knopfaugen noch ein wenig schüchtern anblickt. „Die Kinder zeigen keine Angst und haben Interesse an Lotta, das ist die Grundvoraussetzung für die pädagogische Antwort“, ist Frauchen Linda mit dem ersten Tag zufrieden.

Gespannt hatten die Kinder diesem Moment entgegengefiebert, hatten sie in den vergangenen Wochen von ihren Erzieherinnen doch schon viel über Hunde im Allgemeinen und Lotta im Speziellen gehört. „Der Hund ist ein Motivator für die Kinder, ein Mittel für uns, gewünschte Verhaltensweisen zu verstärken“, erläutert Linda Rosigkeit. So fördere der Umgang mit dem Tier taktile Wahrnehmung, Verantwortungsbewusstsein, Sprachentwicklung, Rücksichtnahme und Sozialverhalten der Kinder. Eine wichtige Aufgabe, die den kleinen Collie-Golden Doodle-Mischling aber nicht im geringsten beunruhigt: Nach der ganzen Aufregung rollt sich Lotta müde auf dem Boden zusammen und schläft seelenruhig ein.

Iris Allendörfer

Kommentare
15.09.2010
11:55
Mit Therapiehund Lotta lernen Kinder fürs Leben
von Birgit Lamprecht | #1

Ich finde es ganz wunderbar, dass sowas heutzutage gemacht wird und hoffe, dass noch viele andere Einrichtungen, nicht nur in Einrichtungen für...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
So war die Eröffnung der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule
Bildgalerie
Fotostrecke
Das Fischsterben im ausgetrockneten Elsebach
Bildgalerie
Fotostrecke
article
3713158
Mit Therapiehund Lotta lernen Kinder fürs Leben
Mit Therapiehund Lotta lernen Kinder fürs Leben
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/schwerte/mit-therapiehund-lotta-lernen-kinder-fuers-leben-id3713158.html
2010-09-14 16:58
---Schwerte---