Mit dem Kapitän im Keller über den Stausee
14.04.2010 | 18:54 Uhr 2010-04-14T18:54:00+0200
Schwerte-Ost. Inselbau in Schwerte-Ost. Jörg Rost und Crew bereiteten alles vor für den Abend. Dann soll die Harfenistin Meike Rath, von einer Laterne beschienen auf der Insel durch den Gehrenbachsee schippern und Harfe spielen.
„Aber das wird doch heiß”, sagt am Nachmittag Hans, der Techniker, mit Seitenblick auf die Blecheimer, aus denen später der Trockeneis-Dampf quellen soll. „Ach, Quatsch! Da nimmste Klebeband und fixierst das”, sagt der Jörg, der Meister der Improvisation.
Die drei Teile des Schwimmpontons hat Aki, der Mann für die Spezialeffekte, aus Leipzig mitgebracht, am Vormittag zu Wasser gelassen und verschraubt. Jetzt liegt er im Schlauchboot, das später mit ihm (als Kapitän im Keller sozusagen) unter der Insel verschwindet, und montiert die beiden 0,9-PS-Elektromotoren. Elektro musste sein, sonst hätte es keine Erlaubnis für die Aktion auf dem Stausee gegeben. Zustimmen mussten neben vielen Behörden am Ende auch die Sportangler. Als Hausherren, sozusagen.
Die Idee mit der Insel treibt Jörg Rost und Aki von der bekannten Theatertruppe Titanic in Leipzig schon seit einigen Jahren um. Jetzt bekam der Jörg einen Auftrag von der Stadt Bottrop im Rahmen von Ruhr 2010. Bottrop wollte gleich drei Inseln, aber nun wird doch erst einmal mit einer geprobt.
Das gute Stück ist in Leipzig entstanden, nach unzähligen E-Mails und Telefonaten zwischen Aki und Jörg. Jetzt hat es sogar schon die Laterne. Die Batterien sind geladen, es könnte losgehen.
„Aber alle Gewässer sind anders”, weiß der Jörg und deshalb muss die Insel noch für allerlei Unwägbarkeiten fit gemacht werden. So sind die Stäbe, an denen die beiden Motoren hängen, noch deutlich zu lang. Zuviel Tiefgang. Aber das wird schon bis zum Einbruch der Dunkelheit.
Und wenn die Generalprobe klappt und Bottrop überstanden ist, dann will Jörg Rost seine Insel auf für andere Events anbieten. Vielleicht auch für andere Musiker als die Meike mit der Harfe. Jörg aber hat keine Bange, das alles klappt. „Spax das einfach fest”, sagt er. „Und vergiss nicht: hinterher noch ordentlich schwarze Farbe drüber.” bek
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