Mehr als Anheizer der Partystars
16.04.2009 | 22:00 Uhr 2009-04-16T22:00:00+0200
Schwerterheide. Das beschauliche Häuschen auf der Heide passt so gar nicht zu einem Mann, der Nacht für Nacht tausende Partypeople auf Mallorca zum Ausrasten brachte. Doch Frank Neuenfels, von Beruf DJ, Moderator und Schlagerstar, ist jemand, der Privates und Berufliches trennt. „Ich habe hier noch
Braucht er auch nicht mehr. Wenn DJ Neuenfels heute auftritt, sind Laptop und Musikdateien sein Handwerkszeug. Damals, 1989, war das noch anders. „Da war ich mit acht Plattenkisten bei Kleingärtnern unterwegs.” Neuenfels ist einer, der sich über Jahre einen guten Ruf und einen festen Kundenstamm aufgebaut hat.
Mit „dem Wendler” nach Las Vegas
„Wenn man an etwas wirklich Spaß hat, sollte man es auch durchziehen.” Aber ein Risiko sei das damals schon gewesen, sich direkt nach der Ausbildung zum Zweiradmechaniker mit 19 als DJ selbstständig zu machen. „Ich hatte auch Glück.”
Der schlanke Mann mit den Sommersprossen schaffte Mitte der 90er Jahre den Sprung auf der Deutschen liebste Partyinsel. Bereits vorher kannte er Olaf Henning, der inzwischen mit seinem Kracher „Cowboy und Indianer” fest zur Feierszene gehört. Vor zehn Jahren freundete er sich mit dem Sänger an, der sich selbst nur „Der Wendler” nennt. Am 24. April erscheint dessen neues Album im Handel, Frank Neuenfels ist mit dabei. „Königin der Nacht” heißt ihr Duett. Das sei nicht nur eine Ehre, sondern auch ein ganz besonderes Zeichen der Freundschaft. „Ich mode-riere auch die Tournee von Michael durch Deutschland. Das sind 30 Konzerte im Mai und Juni, auch jeweils eines in Dubai und Las Vegas.”
Der gebürtige Schwerter kommt viel rum, es läuft rund. Seit 2006 hat er sein Engagement im RIU Palace-Hotel auf Mallorca nach acht Jahren aufgegeben. „Ich hätte auch weitermachen können. Aber hier warten auch spannende Aufträge auf mich.” Zum Beispiel die Fanfeste zur Fußball-WM 2006 in den Westfalenhallen oder das Konzert mit Michael Wendler in Oberhausen vor 12 000 Fans. Oder auch mal ein 90. Geburtstag. „Da habe ich vorher meine Oma gefragt, was ich auflegen soll. Semino Rossi kam gut an oder ganz alte Sachen von Rudi Schuricke oder Theo Lingen.” Immer offen sein für Neues und mal was anderes ausprobieren, ist sein Motto.
Bereut habe Neuenfels seinen Schritt in das Showgeschäft nie. „Ich wollte heute aber auch nicht mehr anfangen müssen.” Die Konkurrenz sei einfach zu groß. Und es gebe zu viele, die ihren Job nicht ernst genug nehmen. „Einfach einen Laptop und zwei Boxen beim Discounter kaufen reicht nicht.” Bühnenpräsenz und Entertainerqualitäten habe man, das könne niemand lernen. Frank Neuenfels gibt allen, die es dennoch versuchen wollen, einen Tipp: „Machen, auf die Schnauze fallen, jemanden fragen, der sich auskennt, und dann weitermachen.” Zudem sei eine Ausbildung, zur Sicherheit, nicht verkehrt.
Zu Wendler oder Henning sieht der Schwerter eine große Parallele. „Wir waren uns immer sicher: Wir brauchen keinen, kriegen das alleine auf die Kette.” Und sie waren viel unterwegs, fingen klein an. „Castingshows als vermeintlich schneller Weg gab es ja damals nicht.” Der Weg ins Rampenlicht und ein langjähriger Aufenthalt in demselben sei eben vor allem eines: harte Arbeit.
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