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Gemeindegruppe Asyl

Leuchtende Kinderaugen bei der Bescherung

26.12.2012 | 19:00 Uhr
Leuchtende Kinderaugen bei der Bescherung
Im Christopherus-Haus in Holzen treffen sich ehrenamtliche Helfer und vertreilen von dort aus Weihnachtsgeschenke an Flüchtlingskinder.Foto: Henryk Brock

Schwerte.   Mehr als 200 Kinder aus Flüchtlingsfamilien erlebten am zweiten Weihnachtstag eine Bescherung durch die Gemeindegruppe Asyl.

Ihre privaten Autos voller Geschenke gepackt, fuhren am 2. Weihnachtstag Helfer der Gemeindegruppe Asyl durch das gesamte Stadtgebiet, um mehr als 200 Kindern aus Flüchtlingsfamilien eine Freude zu machen.

Die Tische im Gemeindehaus St. Christophorus bogen sich vor den vielen gespendeten Spielsachen: Puzzle, Bücher, Spielzeugautos, Dreiräder, Roller, Fahrräder und sogar eine Barbie-Puppen-Sammlung fehlte nicht. Alles gebraucht, aber gut erhalten. Ein großes Dankeschön richtet Hans-Bernd Marcks, vom AK Asyl an die Eltern und Schüler der Schule an der Ruhr, die zum ersten Mal als Spender-Gruppe aufgetreten war. Schwerter Kindergärten und auch viele Gemeindemitglieder trugen dazu bei, dass diese große Masse an Gaben zusammenkamen.

Gelebte Nächstenliebe

Nach Stadtteilen aufgeteilt waren die Familien namentlich aufgelistet, dazu die Anzahl und das Alter ihrer Kinder. Entsprechend packten die Helfer am 2. Weihnachtstag die Kartons mit den zum Alter der Kinder passenden Geschenken. „Hier ist eine Tochter 27 Jahre. Haben wir etwas für sie“, fragte ein Helfer. „Vielleicht ein Gesellschaftsspiel oder ein 1500-Teile-Puzzle“, bekam er zur Antwort. Denn das Gros der gespendeten Geschenke war eher etwas für die jüngeren Kinder.

Bitamya wird in einem Monat drei Jahre. Sie lebt seit zwei Jahren in Schwerte, sie kam mit ihrem Vater Tekle Geremedhn und ihrer Mutter Semhar Tesfankal aus Eritrea. Vor knapp zwei Jahren wurde ihr Bruder Babiel geboren. Die Familie gehört zu den Asylbewerbern. Sie sind über den Sudan nach Deutschland geflüchtet und wohnen seit ihrer Ankunft im Übergangsheim am Großen Feld in Holzen. Ein Schlaf- und ein Wohnzimmer, mit insgesamt 36 Quadratmeter wurde der vierköpfigen Familie zur Verfügung gestellt. Davon sollen sie eines wieder abgeben. Stehen doch den Asylbewerbern nur sechs Quadratmeter pro Person zu.

Aufgeschlossen und gastfreundlich wurden die Besucher in das kleine Wohnzimmer gebeten, Stühle herbeigeschafft und Kekse angeboten. Bitamya klammerte sich ein wenig ängstlich an das Bein ihrer Mutter. Ihr Bruder Babiel hingegen, nahm das für ihn gedachte Spielzeug erst einmal genau unter die Lupe. Schüchtern beäugte Bitamya das Geschehen. Doch als ein großes Puppenhaus auf den Fußboden gestellt wurde, fing sie sogleich mit der Einrichtung an.

Noch viele Besuche lagen gestern vor den Helfern vom AK Asyl, deren größte Belohnung es ist, dass sie ihren Mitmenschen, denen es nicht so gut geht, mit den Sachspenden eine Freude machen können. Weihnachten, das Fest der Liebe und, wie hier, der gelebten Nächstenliebe.

Christel R. Radix



Kommentare
26.12.2012
21:02
Leuchtende Kinderaugen bei der Bescherung
von buerenbrucher | #1

Eine tolle und menschliche Aktion des AK Asyl.Schade, ich habe in obigem Artikel leider nicht von einer Beteiligung des bürgernahen Bürgermeister Heinrich Böckelühr lesen dürfen. Vielleicht sammelt er ja wieder Geld für die Lichtillumation in der Unterführung am Bahnhof. Er sagt doch häufig, wie alle sind Schwerte. Die Zukunft wird zeigen, ob er es auch mal wirklich lebt.

Tief erschüttert bin ich, weil ich lesen muß, nur sechs Quadratmeter stehen Ayslbewerbern pro Person zu. Menschlich und menschenwürdig ist für mich was anders. Leider gibt es in dem Artikel keine Quellenangabe bzw. gesetzliche Regelung wo dies niedergelegt ist.

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