Kleine Kinder finden zu wenig Beachtung
11.08.2009 | 18:57 Uhr 2009-08-11T18:57:00+0200
Schwerte. Alle reden über die Schulen, aber wer denkt eigentlich mal an die Kindergärten?
Uli Behrenberg, Leiterin der Kita An der Ulme im Ortsteil Geisecke, hat zwar durchaus Verständnis dafür, dass in den vergangenen Tagen eine öffentliche Debatte geführt wurde, ob Nordrhein-Westfalen die Sommerferien verlängern sollte. Doch in dieser Diskussion seien die Kleinen völlig zu kurz gekommen, betont sie.
Ob man als reine Vorsichtsmaßnahme in Sachen Schweinegrippe Kindertagesstätten schließen müsse, diese Frage sei so gut wie überhaupt nicht aufgetaucht. Dabei seien gerade die Kinder bis zum sechsten Lebensjahr deutlich gefährdeter als alle anderen Altersgruppen, sagt die Kita-Leiterin. Denn genau in diese Lebensphase fallen all die Kinderkrankheiten, die den kindlichen Körper enorm beanspruchen. Angesichts dessen müsse man sehr vorsichtig sein bei der Beurteilung, welche gesundheitlichen Folgen es haben kann, wenn sich ein Kind mit dem Schweinegrippe-Virus infiziere.
Die Erzieherinnen setzen natürlich, so die Leiterin, alles daran, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Kindern die Notwendigkeit plausibel zu machen, beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, sei allerdings ein schwieriges Unterfangen.
Die Kita An der Ulme ist ein so genannter Referenz-Kindergarten für die Weltgesundheitsorganisation WHO, wie Kreissprecherin Constanze Rauert berichtet. Als die WHO die fünfte Alarmstufe bei der Schweinegrippe ausrief, war gleichzeitig damit die Aufforderung an alle der Organisation angehörenden Staaten verbunden, Verdachtsfälle auf Atemwegserkrankungen in Kindergärten zu melden. Der Kreis Unna musste, wie Rauert, erläutert, Daten ermitteln und weiterschicken. Zwei Mal pro Woche hatte Uli Behrenberg die Aufgabe, eine Anzahl von Verdachtsfällen zu nennen, allerdings ohne Namensnennung, wie die Kreissprecherin betont. Die WHO habe das Bestreben, die gesundheitliche Entwicklung, gerade der jungen Generation, genau zu erfassen. Dieses Vorgehen unterstreicht für Behrenberg, dass ihre Kritik an der öffentlichen Diskussion durchaus berechtigt ist.
0mitdiskutieren