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Kehraus für Kaminfeger-Monopol

30.12.2012 | 17:08 Uhr
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Schwerte. Glücksbringer bekommen Konkurrenz. Mit dem Jahreswechsel fällt das Monopol der Schornsteinfeger. Das gab es seit 1935. Ab sofort hat jeder Hauseigentümer das Recht – und die Pflicht – sich selbst einen Schornsteinfeger zu suchen. Kritiker des neuen Gesetzes befürchten Chaos im Kamin – zu Recht?

„Vermutlich wird sich nicht viel verändern“, lautet die Prognose von Detlev Hahn. Der Bezirksschornsteinfeger in Schwerte hatte bis zum Jahreswechsel etwa 2500 Haushalte zu kehren. Ab sofort wird Hahn nur noch in den Haushalten arbeiten, für die er einen Auftrag erhält. Aber: Das betrifft nur die Emissionsmessung der Heizung, die Prüfung der Abgaswege und das Kehren des Kamins. Hingegen ist der Bezirksschornsteinfeger nach wie vor für so genannte hoheitliche Aufgaben verantwortlich. Darunter fallen die Abnahme neuer Brennanlagen und die Feuerstättenschau. Außerdem muss ein neuer Schornsteinfeger seine Messergebnisse dem Bezirksschornsteinfeger mitteilen.

Keine Sorgen vor der Konkurrenz

„Das ist ein hoher Aufwand. In den meisten Fällen dürfte es unwirtschaftlich sein, als Schornsteinfeger in einem fremden Bezirk bei einzelnen Häusern zu kehren“, sagt Detlev Hahn und rechnet vor: „Eine einzelne Kehrung kostet 25 Euro. Dafür muss ich dann erst noch in den Bezirk fahren, vielleicht nach Dortmund oder Essen. Selbst wenn ich gleich in ein paar Haushalten kehren würde, brächte ich da Geld noch mit. Das ergibt wirtschaftlich keinen Sinn.“

Anders sehe die Lage aus, wenn man für Firmen tätig wird, die 200000 Wohnungen oder mehr zu bearbeiten haben, erklärt der Schwerter Schornsteinfeger. Denn mit dem Monopol ist auch der feste Tarif des Berufs gefallen. Der Markt diktiert nun den Preis. Und wer einer Wohnungsbaugenossenschaft ein günstiges Angebot unterbreitet, läuft dort vielleicht offene Türen ein.

Doch auch dieses Szenario ist noch utopisch, denn die Preise der Schornsteinfeger sind bereits knapp kalkuliert. „Da gibt es nicht mehr viel Spielraum nach unten, wenn man als Handwerker nicht dazuzahlen will,“ sagt Detlev Hahn.

Er hat, wie auch seine Kollegen in Schwerte, bis zum Jahresende an alle Hauseigentümer in seinem Bezirk Bescheide geschickt, in denen die zu kehrenden und untersuchenden Heizanlagen mitsamt den fälligen Fristen aufgeführt sind. „Dass der Schornsteinfeger auch tatsächlich kommt, liegt dann in der Verantwortlichkeit der Eigentümer,“ so Hahn.

Dass viele Hauseigentümer nun einen besonders günstig arbeitenden Kollegen mit der Aufsicht über ihre Heizanlagen beauftragen würden, glaubt Detlev Hahn nicht: „Viele Eigentümer haben die Verantwortung in meine Hände gelegt. Die wollen sich nicht um einen neuen Schornsteinfeger kümmern.“

Ungeklärt ist für Detlev Hahn bisher auch die Frage, woher die neuen Handwerker kommen sollen, die auf den offenen Markt strömen könnten.

Viele gehen in den Ruhestand

„Wir haben Facharbeitermangel, und das gilt auch für mein Handwerk. Hinzu kommt, dass gerade jetzt viele meiner älteren Kollegen in den Ruhestand gehen.“

Ganz gleich, wie günstig der Schornsteinfeger künftig arbeitet, eins bringt er nach wie vor gratis mit: Glück – denn das ist unbezahlbar.

von Dirk Husemann

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