Das aktuelle Wetter Schwerte 12°C
Gericht

Ingenieure sollen Finanzamt um zwei Millionen Euro betrogen haben

10.09.2012 | 17:53 Uhr
Ingenieure sollen Finanzamt um zwei Millionen Euro betrogen haben

Dortmund/Schwerte.   Sie schrieben untereinander Rechnungen, doch dann flogen sie auf. Jetzt stehen vier Männer vor Gericht, die sich wegen Steuerhinterziehung verantworten müssen. Der Prozess wird aufwändig: Allein die Verlesung der dicken Anklageschrift dauerte mehr als eine Stunde.

Mit Scheinrechnungen sollen vier Ingenieure, darunter ein Schwerter, den Fiskus um mehr als zwei Millionen Euro erleichtert haben. Seit Montag drückt das Quartett die Anklagebank vor dem Landgericht Bochum. Alle vier sind geständig. Aufgeflogen waren die getricksten Rechnungen bei einer Betriebsprüfung der Steuerfahndung. Im August 2008 waren die vier Angeklagten festgenommen worden und kamen in U-Haft.

Allein die Verlesung der dicken Anklageschrift dauerte mehr als eine Stunde. Zwischen Mai 2002 und August 2008 hätten die Beschuldigten, so der Staatsanwalt, in abweichender und wechselnder Beteiligung Scheinrechnungen erstellt und verwendet, um die Steuerlast zu mindern. Da die vier Angeklagten am ersten Prozesstag Geständnisse ablegten, rechnet das Gericht mit einem vergleichsweise kurzen Verfahren. Die Ingenieure, die sich im Lauf der Jahre mit Firmen selbstständig gemacht hatten, stehen heute finanziell ganz unterschiedlich da. Ein 68-Jähriger aus Hemer, dem angeblich auch noch Immobilienbetrügereien vorgeworfen werden, bezieht nach eigenen Angaben nur eine kleine Rente von 350 Euro und hat keinerlei Einkünfte.

Keiner der Angeklagten verfügt über ein eigenes Einkommen

Der Zweite im Bunde, ein 67-Jähriger aus Schwerte, bezieht 2400 Euro Rente und Witwenrente, seine Lebensgefährtin lebe von Hartz IV, teilte er mit. Der Dritte, ein 46-Jähriger aus Datteln, muss Unterhalt an seine geschiedene Ehefrau zahlen und lebt von monatlich 4000 bis 5000 Euro. Er muss noch Schulden auf Immobilien in geschätzter Höhe von 1,6 Millionen Euro abzahlen.

Der vierte Angeklagte, ein 62-jähriger Dortmunder, hat nach eigenem Bekunden kein regelmäßiges Einkommen. 2008 musste er seine Firma für 3,4 Millionen Euro verkaufen, nach Verrechnung mit dem Finanzamt seien 1,8 Millionen Euro übrig geblieben. „Ich lebe vom Ersparten“, gab er an. Sein heutiges Vermögen bezifferte er auf rund 900.000 Euro. Der Prozess wird am 17. September fortgesetzt,

Thomas Borowski



Kommentare
11.09.2012
09:54
´Nem Inschenjör....
von hamicha | #2

is nix zu schwör !!
@ 1
Man darf nicht alles glauben was in der Presse steht und ich glaube,daß die Redakteure oft selbst nicht glauben was sie denn da verzapft haben.

10.09.2012
23:48
Ingenieure sollen Finanzamt um zwei Millionen Euro betrogen haben
von nussknacker | #1

"Keiner der Angeklagten verfügt über ein eigenes Einkommen"

Wie bitte? Ich lese doch wohl richtig!

... lebt von 4-5000 EUR monatlich, hat Immobilien in Höhe von 1,6 Mio EUR
... lebt von Erspartem, hat ein Vermögen von 900.000 EUR.

Hallo WAZ, ich möchte GERNE mit denen tauschen!

Aus dem Ressort
Musicalkids Schwerte inszenieren "Der kleine Tag"
Kindermusical von Rolf...
Aus der Geschichte "Der kleine Tag" hat Rolf Zuckowski ein Musical gemacht. Das brachten am Samstag Schwerter Kinder und Jugendliche auf die Bühne - in einer durch und durch stimmungsvollen Inszenierung. Die ersten Eindrücke von der Vorstellung in der St.-Christophorus-Gemeinde zeigen wir in einer...
"Viele Menschen wollen nicht in der Erde liegen"
Bestattungs-Trends in...
Seit dem 1. Oktober 2014 gilt in Nordrhein-Westfalen ein neues Bestattungsgesetz. Der Schwerter Bestatter Sascha Bovensmann erklärt im Interview, was sich damit für die Angehörigen eines Verstorbenen ändert und welcher Trend sich bei Bestattungen abzeichnet.
Schwerter tötet Ex-Freundin nach Trennung - lebenslange Haft
Urteil
Der Schwerter, der seine Ex-Freundin in Göppingen verbrannt hat, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Ulm sprach den 54-Jährigen am Freitag des Mordes schuldig. Er hatte die Frau mit Benzin übergossen und angezündet, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte.
Schwerter zündet Ex-Freundin an - lebenslange Haft
Mord in Göppingen
Der Schwerter, der seine Ex-Freundin in Göppingen bei lebendigem Leib verbrannt hat, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Ulm sprach den 54-Jährigen am Freitag des Mordes schuldig. Er hatte die Frau mit Benzin übergossen und angezündet, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte.
Müssen Flüchtlinge wieder in Schwerter Turnhallen?
Asylbewerber-Unterbringun...
Eigentlich wollte der Schwerter Rat den Durchbruch in der Flüchtlingspolitik feiern: Einstimmig wurde das neue Konzept verabschiedet - die Asylbewerber sollen demnach in Wohnungen untergebracht werden. Doch weil die Zahl der zugewiesenen Personen weiter steigt, sind auch Turnhallen wieder ein Thema.
Fotos und Videos
Heimatabend in der Rohrmeisterei
Bildgalerie
Fotostrecke
Kunstausstellung im Friedrich-Bährens-Gymnasium 2014
Bildgalerie
Fotostrecke
Nachtwächter im Detail Schwerte
Bildgalerie
Fotostrecke