Im Einsatz für Kinder und Seniore
03.02.2012 | 18:05 Uhr 2012-02-03T18:05:00+0100
Schwerte.Die einen schnibbeln Gemüse, andere fahren demnächst Bücher aus: 26 langzeitarbeitlose Menschen erledigen bis Mitte 2014 Bürgerarbeit an Stellen, an denen sonst niemanden hätte beschäftigt werden können.
Zwei Bürgerarbeiter, die über die AWO-Firma „dasdies“ am Bahnhof arbeiten, hat die WR bereits vorgestellt. Weitere Jobs haben Diakonie, KuWeBe, VSI, Gemeindeförderverein St. Christophorus und DRK vom Bundesverwaltungsamt genehmigt bekommen. 16 Bürgerarbeiter beschäftigt die Werkstatt Unna mit ihrer Tochterfirma Signal.
Dass vor allem Vereine und nicht gewinnorientierte Unternehmen die Anträge stellten, liegt an den Bedingungen des Arbeitsministeriums, das den Großteil des Gehalts – 1080 Euro für eine 30-Stunden-Woche – zahlt. Die Bürgerarbeiter dürfen keine Planstellen besetzen, ihr Einsatz darf keinen wirtschaftlichen Vorteil bringen und die Aufgaben, die sie erledigen, müssen neue sein.
Auch die Stadtverwaltung hatte großes Interesse am Einsatz von Bürgerarbeiterinnen in ihren sechs Kindertageseinrichtungen, die sich um die gesunde Ernährung der Mädchen und Jungen kümmern sollten. Doch da gab es Hindernisse: Die Stadt ist tarifgebunden und hätte das Gehalt aufstocken müssen. Das darf sie nicht, weil sie unter Haushaltssicherung steht und die Finanzierung neuer, freiwilliger Aufgaben verboten ist. Deshalb habe man sich einen Träger gesucht, so Klaus-Peter Langner vom Jugendamt. Den habe man in der Werkstatt gefunden.
Leiharbeit – dieses Wort hören er und Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt Unna nicht gerne – war bis zum April des letzten Jahres im Modellprojekt Bürgerarbeit noch untersagt. Dann wurde der Passus „Nicht förderfähig sind alle Formen der Arbeitnehmerüberlassung“ gestrichen. Sechs Frauen arbeiten nun in den städtischen Einrichtungen mit Arbeitsverträgen der Werkstatt. Ihr Gehalt beträgt nach dem Haustarifvertrag, den die Werkstatt mit verdi abgeschlossen hat, 1176 Euro brutto im Monat bei einer 30-Stunden-Woche. Davon zahlt 120 Euro der Kreis von dem Geld, das er sonst als Wohngeld zu dem Hartz IV-Betrag dazu tun müsste. Was an Geld noch fehlt, damit der Arbeitgeber seinen Anteil an den Sozialabgaben zahlen kann, würden die Fördervereine übernehmen und dafür Sponsoren werben, so Langner.
Ebenfalls für hauswirtschaftliche Aufgaben wollten Waldorfkindergarten und Kinderland Villigst eine Person als Bürgerarbeiterin einstellen: Beide Anträge wurden abgelehnt. Der Grund: Die hauswirtschaftliche Arbeit sei keine zusätzliche und müsste so oder so erledigt werden.
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