Hightech am Haken
16.02.2010 | 15:25 Uhr 2010-02-16T15:25:00+0100Schwerte. Knapp sechs Tonnen schwebten am Dienstag lautlos über die Schillerstraße. So schwer nämlich ist der Magnet des Kernspintomographen, der in der Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin jahrelang Dienst getan hat. Jetzt wird ein neues Gerät installiert.
„Das wird Ende März, Anfang April in Betrieb genommen”, sagt Dr. Michael Meyer, in der Gemeinschaftspraxis u.a. zuständig für die MRT-Anlage. Das alte Gerät war nicht etwa defekt, „wir wollten eine neue Anlage haben”, erklärt Dr. Meyer. „Im Zeitalter medizinischer Innovation muss man Schritt halten”. Die neue Anlage ist leistungsstärker und effizienter, bringt 1,5 Tesla; diese Maßeinheit beschreibt die magnetische Flussdichte. Die magnetische Flussdichte eines Kernspintomographen für die Anwendung am Menschen beträgt 0,35T bis 3,0T. „1,5 Tesla sind heute Usus”, erklärt Dr. Meyer, der im Zusammenhang mit „dem neuen, topmodernen Gerät” von „beachtlichen Investitionen” spricht – „alles zum Wohle unserer Patienten”.
Der Aufwand für den Abtransport am Dienstag war beträchtlich. Die Schillerstraße war mit dem Segen der Stadt Schwerte gesperrt, weil ein Autokran in Stellung gebracht werden musste. Mit Leichtigkeit hob der den tonnenschweren Magneten durchs Dach – kein Problem für einen Kran, dem man auch 100 Tonnen an den Haken hängen kann. Verladen wurde der Magnet auf einen Lkw mit einer speziellen Federung; die ist notwendig, weil der Magnet mit flüssigem Helium gekühlt wird.
Eine Leichtigkeit war die Aktion auch für Frank Noyen. „In Helsinki haben wir einen Dachtransport aus dem zehnten Stock heraus bewältigt”, erzählt er. Der Niederländer, der weltweit operiert und dessen Dienste von großen, internationalen Firmen angefordert werden, hat sich auf Transporte wie diesen spezialisiert. Global MRI Support heißt die Firma, für die er tätig ist. Das Kernspingerät aus Schwerte, berichtet er, wird nun gereinigt und gelagert, bis sich Interessenten gefunden haben. „Einige Jahre kann es nämlich noch benutzt werden”, so Frank Noyen. „Ich möchte es gerne dort platzieren, wo Hilfe dringend benötigt wird”, denkt er an ein Land in der Dritten Welt oder an Haiti. Dass es wieder seiner Verwendung zugeführt werden kann, steht für den Niederländer außer Zweifel. „Man hat so seine Kontakte”, erklärt Frank Noyen.
In der Gemeinschaftspraxis, die in einem Gebäudetrakt im Marienkrankenhaus untergebracht ist, gehen derweil die Umbauarbeiten weiter. Am 15. März nämlich soll der neue Kernspintomograph geliefert werden. An diesem Tag wird die Schillerstraße erneut gesperrt sein.
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