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Naturschutzgebiet

Goldrute und Birke unerwünscht

06.02.2011 | 17:47 Uhr
Goldrute und Birke unerwünscht

Westhofen.„Jeder möge sich mit einer Mistgabel oder einem Rechen bewaffnen“, bat Klaus Klinger von der Biostation am frühen Samstagmorgen die fast zwei Dutzend Naturliebhaber. Die jährlichen Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet Ebberg standen wieder auf dem Programm von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (AGON) und der Bilogischen Station Kreis Unna.

Neben Mistgabeln und Rechen wurden an die fast zwei Dutzend Naturliebhaber allerlei Gerätschaften wie Motorsägen, Äxte, und Freischneider verteilt. Schwer bepackt und wetterfest bekleidet ging es auf den Ebberg.

Das älteste Naturschutzgebiet Schwertes hat sich nach der Aufgabe des Steinbruchbetriebes mit seinem Mosaik aus Sandsteinfelsen, trockenen und feuchten Flächen zu einem wertvollen Lebensraum für Amphibienarten, Pflanzen und Insekten entwickelt.

Das breitblättrige Knabenkraut, eine heimische Orchideenart, wächst und gedeiht auf dem feuchten Standort und zählt zu den größten botanischen Kostbarkeiten des Ebbergs. Bedroht wird es durch die aus Kanada eingeschleppte, ausbreitungsfreudige Goldrute.

Diese krautige Pflanze, kann Wuchshöhen zwischen 50 Zentimetern und zweieinhalb Metern erreichen. Während sich in ihrer Heimat Nordamerika etwa 290 Fraßinsektenarten von ihr ernähren, hat die Goldrute in Europa keine natürlichen Feinde. Sie verdrängt einheimische Pflanzen – wie im Naturschutzgebiet das Knabenkraut. Also ging es der Goldrute am Samstag mit motorisierten Freischneidern an den Kragen respektive an die Stängel.

Ebenso erging es den massenweise vorkommenden Sandbirken, die sich das Gebiet erobern. Mit Motorsägen wurden sie so weit gekürzt, dass sie nicht wieder ausschlagen. Bevor die Säge angesetzt wurde bat Wolfgang Pitzer von AGON seine Mitstreiter: „Wenn gefällt wird, großen Abstand halten.“ Denn bei dem böigen Wind, wusste man nicht, wie sich die gefällten Birken niederlegen würden.

Die Biologische Station Kreis Unna, Untere Landschaftsbehörde und AGON haben sich zum Ziel gesetzt, durch regelmäßige Pflegearbeiten das Naturschutzgebiet Ebberg in seiner Funktion als Amphibienbiotop und Orchideenstandort zu erhalten. Bei den Pflegearbeiten werden Birkenaufwuchs und störende Gehölze entfernt und Ablaichstellen verbessert.

Christel R. Radix

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