Es muss nicht immer Döner sein
03.11.2009 | 17:42 Uhr 2009-11-03T17:42:00+0100Ergste. Gemüsessuppe trifft nicht ihren Geschmack. Da sind sich die Jugendlichen der Klasse 8 in der Schule an der Ruhr einig. Doch der Geschmack ändert sich. In diesem Fall im Laufe eines Vormittags.
Als der selbst gekochte Eintopf die Teller füllt, der Blumenkohl und der Sellerie, die Möhren und die Kohlrabi zu schmecken sind, löffeln die stärksten Kritiker am schnellsten und holen sich noch einen Nachschlag. Der Einsatz des Cookiemobils ist geglückt.
„Und wenn nach diesen Tagen die Kinder zu Hause eine Dose Ravioli aufmachen und sich dazu einen frischen Salat anrichten, ist das schon ein Erfolg”, sagt Christa Obens, die Schulleiterein, die über den Verein Signal das Cookiemobil kennen lernte. 80 000 Euro bekam die Stadt Schwerte vom Bundesfamilienministerium aus dem Etat des Projektes Stärken vor Ort. Mit dem Geld sollen kleine Aktionen in der Stadt eben nicht am Geld scheitern, wie das Appetit machen aufs Kochen.
Denn das Cookiemobil des Diakonischen Werks Dortmund und Lünen kommt nicht kostenlos. Dafür bringt es auch viel mit: ein dreiköpfiges Team mit Fachkenntnis, die Lebensmittel, den Herd und die Messer, die Teller und die Spülschüsseln. Nicht alle Jungen und Mädchen haben schon mal selbst eine Möhre geschnibbelt, geschweige denn eine Kohlrabi. „Döner und Pizza schmecken uns viel besser”, sagen sie mehrheitlich. Daran wird auch der Verzehr der Suppe nichts ändern. Aber der Besuch des Cookiemobil-Teams hat auch andere Vorteile, die Klassenlehrerin Stefanie Baumgardt-Mätzig sieht: „Es ist schön, dass wir mit der ganzen Klasse kochen können. Der Hauswirtschaftsunterricht an der Schule ist nur in kleinen Gruppen möglich.” Außerdem gefällt ihr, dass bei dieser Aktion andere Leute das Sagen haben, wie die Diplom-Sozialpädagogin Diane Spitz, mit der sich die jungen Leute arrangieren müssen. Und nicht zuletzt schaue sie sich selbst auch einiges ab.
Wenn am Donnerstag das Cookiemobil-Team wieder fährt, haben die Schülerinnen und Schüler aus vier Jahrgangsstufen jeweils vier Rezepte für Hauptspeise und Nachtisch kennen gelernt. Und das Ganze haben sie auch schriftlich. Als freiwillige Hausaufgaben zum Nachkochen.
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